Demografischer Wandel
Geburtenrückgang, Überalterung, Zuwanderung: Die demografischen Veränderungen werden die Gesellschaft von Grund auf verändern. Experten sagen, dass Deutschland in den nächsten Jahren Veränderungen erleben wird, die sich nur mit den großen Auswandererwellen vergleichen lassen.
Die Infrastruktur an die Bedürfnisse einer alternden Bevölkerung anzupassen koste mehr, als sich durch den Nachwuchsschwund einsparen lasse, sagen einige Experten. Dabei kann - gezielt untersucht, geplant und gegengesteuert - diese Situation auch als Chance genutzt werden. So hat beispielsweise auch eine alternde Gesellschaft Potentiale, die es zu nutzen gilt.
Der demographische Wandel ergibt sich jedoch nicht allein aus den sinkenden Bevölkerungszahlen (ein Phänomen, das seit den 70er Jahren bekannt ist), sondern auch aus der veränderten Bevölkerungsstruktur. Veränderungen in der Bevölkerungsstruktur haben Konsequenzen für Bildungseinrichtungen, Soziale Dienste oder auch die Wohnungspolitik in unseren Städten.
Die Stadt Castrop-Rauxel hat für dieses wichtige Feld eigens die Stelle eines Demografiebeauftragten geschaffen. Entwicklungen und Probleme des demografischen Wandels im Hinblick auf die Auswirkungen auf Castrop-Rauxel werden untersucht und Vorschläge zur "Umsteuerung" entwickelt. Künftige Planungsvorhaben sollen in Hinblick auf die zukünftige demografische Entwicklung geprüft, Planungsvorhaben vernetzt und Konzepte und Vorschläge zur "Umsteuerung" erarbeitet werden.
Das zu erstellende Castrop-Rauxeler Gesamtkonzept "Demograpfischer Wandel" soll die konkrete Ausarbeitung von Zielen und die Umsetzung der daran anknüpfenden Maßnahmen vorbereiten.
Folgende Verfahrensschritte sind vorgesehen:
- Datenerhebung und die visuelle Darstellung
- Evaluation verschiedener Zielgruppen
- Szenarien entwickeln
- kommunalpolitische Ziele bestimmen
- Handlungskonzepte entwickeln
- Konzepte umsetzen und
- Wirkungen analysieren.
Ansatzpunkte sind denkbar in folgenden Politikfeldern:
- Stadtentwicklung
- Wohnen
- Finanzpolitik
- Familienpolitik
- Bildungspolitik
- Zuwanderungspolitik
- Arbeitsmarktpolitik
- Sozial- und Gesundheitspolitik
Dazu gehört auch ein Diskussionsprozess mit unterschiedlichen "Lokalen Akteuren" wie Kirchen, Wohlfahrtsverbänden, Wirtschaft, Hochschulen und Politik. Bürgerinnen und Bürger, Kinder und Jugendliche werden an diesem Prozess beteiligt.
Geplant ist bei der Suche nach gemeinsamen Lösungen auch die Zusammenarbeit mit Castrop-Rauxels Nachbarstädten. Fragen wie Abwanderung und Zuwanderung, Ansiedlung von Unternehmen oder Fragen der sozialen Versorgung sind dabei wichtige Themen.
Die ersten Schritte wurden bereits mit dem partizipativen Leitbildprozess, wie die Zukunftswerkstätten, "Ab in die Mitte" (2005 - 2006) und ähnliche, getan. In einem breit angelegten, offenen demokratischen Prozess formuliert eine Vielzahl von Mitwirkenden aus Bürgerschaft, Verwaltung und Politik gemeinsame Ziele und Visionen für ihre Stadt und fassten diese in einem Leitbild zusammen. Es bestehen bereits Netzwerke (z.B. Unternehmerstammtisch, Arbeitskreis Wohnungswirtschaft etc.). Das Mehrgenerationenhaus in der AGORA ist zukunftsweisend anzusehen.
Insgesamt gilt es, den demografischen Wandel zu nutzen, um einen umfassenden Reformprozess zu initiieren. Anregungen, Ideen oder Vorschläge sind willkommen.

