Seit der Gründung des Städtebündnisses im Mai 2000 tritt das Komitee für das Erinnern an die Deportation von Jüdinnen und Juden aus Deutschland, Österreich und Tschechien in das Ghetto Riga ein. Mit dem Beitritt möchte auch die Stadt Castrop-Rauxel einen Beitrag dazu leisten und Toleranz und Verständigung zwischen verschiedenen Kulturen und Nationen fördern.
Die Beitrittsbekundung zum Riga-Komitee hatte der Rat der Stadt bereits im Sommer 2022 beschlossen. Anlass gab Bundestagsabgeordneter Michael Breilmann, der in seiner internationalen Arbeit im Ausschuss für Inneres und Heimat auf das Riga-Komitee stieß und den Vorschlag zum Beitritt einbrachte: „Der Beitritt war mir eine Herzensangelegenheit. Und in der Abstimmung im Stadtrat ist etwas ganz Wichtiges passiert: Es gab Einigkeit. Ohne eine große Diskussion wurde der Antrag einstimmig angenommen“, erklärte Bundestagsabgeordneter Michael Breilmann in seiner Rede zur Urkundenübergabe. „Aber die Arbeit mit der Urkunde ist nicht vorbei, es ist ein Baustein in der Erinnerungskultur, den es nun zu füllen gilt.“ Auch Regierungspräsident Andreas Bothe betonte noch einmal die Bedeutung des Erinnerns und damit der Arbeit des Riga-Komitees. Dabei dürfe das Erinnern genauso wie die deutsche Staatsräson, der Schutz von Jüdinnen und Juden und der Schutz Israels „nicht zur leeren Formel werden. Nun ist die Zeit der Bewährung. Jetzt müssen wir unsere Versprechen auch einlösen.“
Es war immer und ist heute mit den letzten Ereignissen umso wichtiger, deutlich zu zeigen, dass die Worte nie wieder keine hohle Phrase sind, sondern wir als Gesellschaft tatsächlich für das nie wieder einstehen. Für eine offene Gesellschaft, für Toleranz und gegen den Hass.
Bürgermeister Rajko Kravanja dankte in seiner Rede Michael Breilmann für das Einbringen des Vorschlages und dem Stadtrat, der einstimmig für den Beitritt gestimmt hatte. Mit dem Beitritt würde so auch noch einmal ein starkes Zeichen gesetzt, dass Castrop-Rauxel sich aktiv für das Erinnern einsetzt. So zeigten auch die Ereignisse am 7. Oktober 2023 deutlich, dass Antisemitismus und der Schutz von Jüdinnen und Juden nicht ein Thema der Vergangenheit ist. So betonte Bürgermeister Rajko Kravanja: "Es war immer und ist heute mit den letzten Ereignissen umso wichtiger, deutlich zu zeigen, dass die Worte nie wieder keine hohle Phrase sind, sondern wir als Gesellschaft tatsächlich für das nie wieder einstehen. Für eine offene Gesellschaft, für Toleranz und gegen den Hass."