Stadtführung am Sonntag

Die VHS lädt am Sonntag, 9. November 2025, zur einer Stadtführung zur Geschichte Castroper Bürger jüdischen Glaubens an. Die Teilnahme ist kostenlos.

Von 14.00 bis 15.30 Uhr können Interessierte mit Stadtarchivar Thomas Jasper Orte ehemaligen jüdischen Lebens im Stadtteil besuchen. Der Rundgang beginnt am Bürgerhaus, Leonhardstraße 4, und den Abschluss bildet der Besuch des jüdischen Friedhofes an der Oberen Münsterstraße, dem ältesten erhaltenen Friedhof seiner Art im Kreis Recklinghausen. Fast 250 Jahre prägten jüdische Handwerker und Kaufleute das Leben in dieser Stadt entscheidend mit und hinterließen zum Beispiel eine Reihe von architektonischen Glanzlichtern am Castroper Marktplatz.

Mahn- und Gedenkveranstaltung am Montag

Am Montag, 10. November 2025, ruft dann der Stadtjugendring Castrop-Rauxel e.V. gemeinsam mit seinen Jugendverbänden, dem Team Jugendarbeit der Stadt Castrop-Rauxel und dem Kinder- und Jugendparlament wieder zur jährlichen Mahn- und Gedenkveranstaltung auf.

Treffpunkt ist um 17.00 Uhr am jüdischen Friedhof an der Oberen Münsterstraße. Es startet ein Schweigemarsch gegen Hass, Hetze und Gewalt, gefolgt von einer Kundgebung am Simon-Cohen-Platz, dem Ort der ehemaligen Synagoge von Castrop. Das Gedenken an die Pogromnacht von 1938 steht in diesem Jahr unter dem Motto „Sehen. Wahrnehmen. Handeln.”

Im Anschluss zeigt die Stabsstelle Bildung, Vielfalt und Teilhabe der Stadtverwaltung um etwa 18.30 Uhr im leerstehenden Ladenlokal in der Castroper Altstadt, Im Ort 2, einen oscar-prämierten Film, der die Schrecken des Holocaust aus der Perspektive eines Kommandanten des Konzentrationslagers Ausschwitz beleuchtet, der mit seiner Familie Mauer an Mauer mit dem Vernichtungslager ein äußerst privilegiertes Leben führt.

Der Film kontrastiert die scheinbare Familienidylle mit den Schrecken des Lagers, die nur in Geräuschen und Schatten wahrnehmbar sind. Dieser Kontrast stellt den Holocaust auf eine neue, verstörende Weise dar. Der Eintritt zur Filmvorführung ist frei.

Die Pogromnacht am 9. November 1938

Die sogenannte Reichspogromnacht fand in Deutschland in der Nacht vom 9. zum 10. November 1938 statt. In dieser Nacht begannen im nationalsozialistischen Deutschland direkte und gezielte Gewaltaktionen gegen die jüdische Bevölkerung. Sie waren der Beginn der systematischen Verfolgung und Vernichtung des europäischen Judentums, der Anfang des Holocaust. In dieser Reichspogromnacht wurden jüdische Geschäfte geplündert und zerstört, Synagogen wurden niedergebrannt. Die Polizei griff nicht ein, nur wenige Menschen trauten sich, ihren jüdischen Mitbürgern zu helfen. In dieser Nacht starben mehr als tausend Juden. 30.000 Menschen wurden verhaftet und verschleppt.

(Quelle: Gerd Schneider / Christiane Toyka-Seid: Das junge Politik-Lexikon von www.hanisauland.de, Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung 2024)

Gedenkveranstaltung Pogromnacht in der Altstadt