Besuch in französischer Partnerstadt Vincennes

„Gerade in einer Zeit, in der Krieg – mit dem brutalen Angriff auf die Ukraine – wieder nach Europa zurückgekehrt ist, spüren wir, wie zerbrechlich Frieden ist. Und wie kostbar,“ so der Bürgermeister beim Empfang im Rathaus von Vincennes. „Die Geschichte lehrt uns: Frieden braucht mehr als Waffenruhe. Er braucht Respekt, Offenheit, Empathie – und die Bereitschaft, zuzuhören.“

Vor der Stadtspitze und den Bürgerinnen und Bürgern der französischen Partnerstadt sowie Amtskolleginnen und Kollegen aus Belgien und Irland sagte Rajko Kravanja weiter: „Ich bin dankbar, dass unsere Städtepartnerschaft Europäische Werte lebt. Dass Menschen aus Vincennes und Castrop-Rauxel sich begegnen, einander kennenlernen, voneinander lernen. Daraus wächst etwas, das kein Krieg zerstören kann: menschliche Nähe.“

Sehen Sie hier die Bildergalerie der Stadt Vincennes von ihren Feierlichkeiten am 8. Mai sowie einige Bilder vom Empfang der Partnerstädte am Abend des 7. Mai.

Bürgermeister Rajko Kravanja in Vincennes

Erinnerung als Auftrag für eine friedliche Zukunft

Im Rahmen der Zeremonie mit Vertretern des Regionalrats der Region Île-de-France, zahlreichen Veteranen, Kriegsversehrten, Reservisten und dem Gemeinderat der Stadt Vincennes gedachte der Bürgermeister auf dem Alten Friedhof am Denkmal für die Gefallenen dem unvorstellbaren Leid des Krieges. Anschließend formierte sich – gemeinsam mit vielen Bürgerinnen und Bürgern – ein offizieller Demonstrationszug in Richtung Stadtzentrum zum Rathaus. Auf dem Rathausplatz hisste der Bürgermeister die deutsche Flagge neben der belgischen, irischen und französischen Landesfahne.

Charlotte Libert, Bürgermeisterin von Vincennes, bekräftigte: „Dieser Akt der Erinnerung, der uns hier zusammenbringt, ist viel mehr als eine Pflicht. Wir alle haben ein- und dasselbe Ziel: Wir sind die Verteidiger der Demokratie, des Friedens und der Freiheit.“

In stiller, aber herzlicher Atmosphäre fanden weitere Gespräche und Gedankenaustausche statt. So bereichert die Partnerschaft zwischen Vincennes und Castrop-Rauxel seit mehr als sechs Jahrzehnten die deutsch-französischen Beziehungen – und alle, die an ihr mitwirken.

Erst im Februar dieses Jahres war das Jugendparlament der französischen Partnerstadt zu Gast beim Kinder- und Jugendparlament (KiJuPa) in Castrop-Rauxel, der Chor St. Elisabeth und der Olympische Fechtclub planen ihren jährlichen Austausch für Mai und Juni. So bauen engagierte Menschen Brücken, zwischen Sprachen, zwischen Generationen, zwischen Traditionen und Kulturen.

Bürgermeister Rajko Kravanja erklärt: „Meine eigene Familiengeschichte ist europäisch. Ich habe Wurzeln in Polen, Slowenien, Italien und Deutschland. In meiner Herkunft spiegeln sich die Wege vieler Menschen, die Grenzen überschreiten mussten – manchmal freiwillig, oft gezwungenermaßen durch Krieg, Flucht oder Armut. Und vielleicht bin ich gerade deshalb besonders dankbar dafür, in einer Zeit zu leben, in der wir miteinander reden – statt aufeinander zu schießen."

Lassen Sie uns also aus der Geschichte nicht nur Trauer schöpfen – sondern auch Kraft. Kraft für eine Zukunft, in der unsere Kinder nicht mehr in den Kategorien von ‚Feind‘ und ‚Fremd‘ denken. Eine Zukunft, in der Europa mehr ist als ein geografischer Raum – nämlich ein Versprechen: auf Frieden, auf Freiheit, auf Menschlichkeit.

Bürgermeister Rajko Kravanja

Informationen zu den europäischen Partnerstädten und Möglichkeiten des Engagements gibt es auf der Seite www.castrop-rauxel.de/europa.