Petra Duda nimmt an den World Aquatics Masters teil – nichts Geringeres als die Schwimm-Weltmeisterschaften, bei denen die Athletinnen und Athleten aufgeteilt in Altersklassen gegeneinander antreten.
Julia Strach gehört zum deutschen 14er-Kader im Korfball und wird bei den World Games in China antreten – den Weltspielen der nicht-olympischen Sportarten mit rund 5000 Athletinnen und Athleten aus mehr als 100 Ländern. „Die Vorfreude ist riesig, die Aufregung aber auch“, sagt sie vor der Abreise in die Millionenstadt Chengdu.
Seit 20 Jahren im Korfball aktiv
2017 hat die Castrop-Rauxelerin ihre Ausbildung bei der Stadt angefangen, mittlerweile kümmert sie sich als Mitglied der Stabsstelle für Bürgerbeteiligung, Sport und Stärkung des Ehrenamtes vor allem um die Sportvereine in der Stadt. Sie selbst hatte sich als Kind schon im Handball, Schwimmen und in der Leichtathletik ausprobiert – mit sieben Jahren ist sie zum Korfball bei Adler Rauxel gekommen und bis heute dort geblieben.
20 Jahre später folgt nun die vorläufige Krönung ihres Sportlerinnen-Lebens. Im Moment der Verkündung, dass sie es tatsächlich in den Kader geschafft hat, war die Freude allerdings verhalten. Denn es überwog das Mitgefühl mit zwei anderen Teammitgliedern, für die es nicht gereicht hat. „Die Situation, es nicht in den finalen Kader zu schaffen, kenne ich aus eigener Erfahrung.“
Man wird hier nicht doof angeguckt, sondern unterstützt, um seinen Sport ausüben zu können.
Castrop-Rauxel ist eine Hochburg im internationalen Korfball. Durch den Sport war Julia Strach in den vergangenen Jahren immer wieder in anderen Ländern unterwegs, fast immer auf eigene Kosten. Nun steht für sie das größte Turnier überhaupt in diesem Sport an, vollständig ausgerüstet und gefördert vom Deutschen Olympischen Sportbund.
Damit sie neben ihrem Beruf voll fokussiert für zwei Wochen nach China reisen kann, um dort Deutschland zu vertreten, greift die Stadtverwaltung Julia Strach durch Sonderurlaub unter die Arme. „Man wird hier nicht doof angeguckt, sondern unterstützt, um seinen Sport ausüben zu können“, sagt sie.
Auch Petra Duda wird auf diese Weise von ihrem Arbeitgeber die Möglichkeit gegeben, bei den Schwimm-Weltmeisterschaften anzutreten und sich dort mit den Besten zu messen. Mehr als 7000 Wassersportlerinnen und -sportler aus der ganzen Welt kommen hierfür in Singapur zusammen.
Petra Duda war schon Welt- und Europameisterin
„Ich bin eine Wasserratte“, sagt Petra Duda: „Ich schwimme seit ich fünf Jahre alt bin und habe mit zwölf das erste Mal an Wettkämpfen teilgenommen.“ Trainingslager in Spanien auf eigene Kosten, WM in Südkorea – in den vergangenen Jahren war sie schwimmend weltweit unterwegs. Und das mit großem Erfolg.
2003 wurde sie in ihrer Altersklasse Europameisterin in Frankreich, 2008 in Australien sogar Weltmeisterin. Zwischendurch folgten einige Jahre Pause mit dem Wettkampfschwimmen, doch nun ist sie wieder voll dabei.
Neben ihrem Job als Studienleiterin für Fremdsprachen an der Volkshochschule Castrop-Rauxel ist sie als Mitglied vom SC Wiking Herne regelmäßig im Wasser, während des Sommers am liebsten unter freiem Himmel. „Ich freue mich immer, wenn das Parkbad Nord öffnet“, sagt sie. Dann geht’s für sie so oft wie möglich von der VHS nach Ickern und von dort heim nach Herne.
Mein Ziel ist ein Platz unter den ersten zehn!
In Singapur wird Petra Duda in zwei Disziplinen antreten: über 200 Meter Lagen und über ihre Paradedisziplin 200 Meter Brust. „Die Konkurrenz ist groß. Mein Ziel ist daher ein Platz unter den ersten zehn“, sagt sie. Starten wird sie in Singapur am 11. August, wenn es in Castrop-Rauxel gerade Vormittag ist, sowie am frühen Morgen des 12. August deutscher Zeit.
Für Julia Strach und das Korfball-Team geht es vorerst am Freitag, Samstag und Sonntag, 8. bis 10. August, in die Halle. Anpfiff ist jeweils um 18 Uhr Ortszeit (12 Uhr deutscher Zeit), zu sehen sind die Spiele im Livestream auf live.theworldgames.org. Trotz einer schweren Vorrundengruppe mit Belgien, Tschechien und Suriname ist das Ziel klar. „Wir wollen um Bronze mitspielen“, sagt die 27-Jährige.
Ob Julia Strach und Petra Duda sich am Ende über Medaillen freuen werden? Das werden die Wettkämpfe zeigen. Ob mit Edelmetall oder ohne – das Engagement der beiden macht sie schon jetzt zu eindrucksvollen Vertreterinnen für Castrop-Rauxel.