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Möglicher Planungsentwurf für das Bürgerrathaus durch das Büro Reicher Haase.

Für mehr Bürgernähe und ein modernes Arbeiten

Das Rathaus am Stadtmittelpunkt ist Teil des Forum-Ensembles von Arne Jacobsen, der als einer der einflussreichsten Architekten der Nachkriegsmoderne betrachtet wird. Das Gebäude ist mittlerweile „in die Jahre gekommen“ und entspricht nach heutigen Standards nicht mehr den technischen und energetischen Anforderungen. Auch der Wunsch nach mehr Bürger*innennähe in „publikumsintensiven“ Bereichen stellt eine große Herausforderung dar - damit sind alle Bereiche gemeint, die eine direkte Anlaufstelle für Bürger*innen darstellen, wie z.B. das Bürgerbüro, Beratungseinrichtungen usw. Zugleich besteht seitens der Mitarbeiter*innen der Wunsch nach einem zeitgemäßen Arbeitsort (v.a. in Hinblick auf flexibles und digitales Arbeiten) und generell nach mehr Sicherheit. Hinzu kommt ein allgemeiner wie auch energetischer Sanierungsbedarf des Gebäudes. 

Aktuelles zum Projekt

Ab 2024 soll ein Architektur-Wettbewerb ausgelobt werden, um Vorschläge für einen Umbau des Rathauses als zukunftsorientierten Arbeitsplatz, als zeitgemäßen Ort der Beratung, für mehr Nähe zu Bürger*innen sowie als Ort für bürgerschaftliches Engagement und Begegnung zu entwickeln. Basis der Auslobung sind u.a. die Ergebnisse der im Juni 2023 abgeschlossenen zweiten Onlinebefragung der Bürgschaft. 390 Interessierte nahmen an der Befragung teil.

Zugleich wurde eine Befragung der örtlichen Vereine durchgeführt, welche Anforderungen an Nutzungsangebote und Räume sie an ein künftiges „Rathaus der Bürgerschaft“ im Sinne eines Versammlungsortes stellen, die ebenso in den Wettbewerb einfließen wie die derzeit laufende Erarbeitung neuer Arbeitsformen und die Raumbedarfe im Rathausgebäude.

Aktuell gibt es keine Beteiligungsmöglichkeit zur Maßnahme. Für Fragen und Anregungen zum Thema steht die Verwaltung aber jederzeit zur Verfügung.

Vorarbeiten - was bisher geschah

Um sich den komplexen Herausforderungen eines bevorstehenden Umbaus anzunähern, wurde 2021 eine „Strukturanalyse zum Verwaltungsstandort“ durchgeführt. Hier wurden unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes erste Ideen für einen Umbau des Bestandsgebäudes entwickelt. 

Dabei galt es, neben Anforderungen und Wünschen von Bürger*innen auch die Belange der Beschäftigten im Rathaus zu berücksichtigen. Deshalb wurden seit 2021 verwaltungsinterne Workshops durchgeführt, eine Online-Beteiligung für Castrop-Rauxeler Bürger*innen initiiert (Sommer 2021 + 2023), Interviews mit Expert*innen sowie Gespräche mit Nutzer*innen des Rathauses vorgenommen. Vertreter*innen der Fraktionen wurden über einen Politikworkshop beteiligt. Anlässlich des Europafests im August 2022 bestand nochmals die Möglichkeit für Bürger*innen, im Rahmen einer Postkartenaktion Anforderungen an ein „Rathaus der Bürgerschaft“ in die Diskussion einzubringen.

Die weitere Fortführung der Planung zum Umbau des Rathauses wurde im August 2021 vom Stadtrat beschlossen. Im Sommer 2022 wurde geprüft, zusätzlich zur Sanierung des Bestands einen Erweiterungsbau mit „publikumsintensiven“ Bereichen auf der sog. Potenzialfläche Süd, neben der Europahalle, zu realisieren. Das Neubauvorhaben wurde jedoch nach intensiver politischer Beratung verworfen: Das „Rathaus der Bürgerschaft“ mit „publikumsintensiven“ Nutzungen soll im denkmalgeschützten Bestandsgebäude eingerichtet und mit den notwendigen Sanierungsmaßnahmen gekoppelt werden.