Unterhaltsvorschussleistungen

Wenn Sie Ihr Kind allein erziehen, geschieht dies meist unter erschwerten Bedingungen. Diese Situation verschärft sich noch, wenn Ihr Kind den angemessenen Unterhalt nicht regelmäßig oder nicht in ausreichender Höhe von dem anderen Elternteil erhält.

In diesen Fällen müssen Sie nicht nur den Unterhaltsanspruch Ihres Kindes verfolgen, sondern auch im Rahmen Ihrer eigenen Leistungsfähigkeit gegebenenfalls für den ausfallenden Unterhalt aufkommen. Diese besondere Lebenssituation soll mit der Unterhaltsleistung nach dem Unterhaltsvorschussgesetz erleichtert werden.

Ein gerichtliches Unterhaltsurteil wird vom Jugendamt für die Beantragung eines Unterhaltsvorschusses nicht vorausgesetzt. Ist der andere Elternteil ganz oder teilweise leistungsfähig, aber nicht zahlungswillig, wird er in Höhe des gezahlten Unterhaltsvorschusses in Anspruch genommen.

 

Wer erhält Unterhaltsvorschuss?

Nach dem Unterhaltsvorschussgesetz erhält ein Kind eine Unterhaltsleistung, wenn es

 

  • in Deutschland seinen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt hat und
  • hier bei einem alleinerziehenden Elternteil lebt, der ledig, verwitwet, geschieden oder von seinem Ehegatten dauernd getrennt lebt und
  • nicht oder nicht regelmäßig Unterhalt vom anderen Elternteil erhält und
  • das 12. Lebensjahr noch nicht vollendet hat.

darüber hinaus

  • haben Kinder von 12 bis 17 Jahren einen Anspruch, wenn das Kind nicht auf SGB II-Leistungen angewiesen ist.
  • oder der alleinerziehende Elternteil im SGB II-Bezug mindestens 600 EUR brutto verdient. 

Die bisherige Höchstbezugsdauer von 72 Monaten entfällt.

 

Für ausländische Kinder werden Unterhaltsvorschussleistungen unter Beachtung der o.g. Voraussetzungen gezahlt, wenn

 

  • sie selbst oder
  • ihr alleinerziehender Elternteil eine Aufenthaltserlaubnis oder Aufenthaltsberechtigung besitzt

 

Keine Unterhaltsvorschussleistungen erhält derjenige Elternteil, der verheiratet ist und nicht dauernd getrennt lebt oder der unverheiratet mit dem anderen Elternteil zusammen lebt.

 

Wie hoch ist der Unterhaltsvorschuss?

Der Unterhaltsvorschuss wird monatlich in Höhe des sich nach § 1612a des Bürgerlichen Gesetzbuches ergebenden monatlichen Mindestunterhalts gezahlt. Nach Abzug des Erstkindergeldes ergeben sich ab 01.01.2017 folgende Unterhaltsvorschussbeträge:

 

  • für Kinder von 0 bis einschließlich 5 Jahren monatlich 150 EUR
  • für Kinder von 6 bis einschließlich 11 Jahren monatlich 201 EUR
  • für Kinder von 12 bis einschleißlich 17 Jahren monatlich 268 EUR 

 

Auf den Unterhaltsvorschuss werden Unterhaltszahlungen und unterhaltsrelevante Zahlungen sowie Waisenbezüge und Einkommen des Kindes (ab 15. Lebensjahr) angerechnet.  

Die Leistungen nach dem Unterhaltsvorschussgesetz müssen schriftlich beantragt werden. Wir erstellen gemeinsam mit Ihnen den Antrag und sind Ihnen auch bei weiteren Fragen gern behilflich. Um den Antrag schnellstmöglich bearbeiten zu können, bitten wir Sie, folgende Unterlagen mitzubringen:

 

  • Personalausweis
  • Ausweis bzw. Aufenthaltsgenehmigung
  • Geburtsurkunde des Kindes
  • Unterhaltsurteil, Scheidungsurteil
  • Brief vom Rechtsanwalt über das Getrenntleben
  • Vaterschaftsanerkenntnis oder Feststellung
  • Einkunftsnachweise, zum Beispiel Kindergeld, Halbwaisenrente, Unterhaltszahlungen

 

Kontakt

Bereich Betreuung und Unterhaltsansprüche
Unterhaltsvorschusskasse
Rathaus
Europaplatz 1
44575 Castrop-Rauxel

 

Fanz-Josef Raspel
Tel. (02305) 106-2565
E-Mail franz-josef.raspel@castrop-rauxel.de

 

Öffnungszeiten
Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 8.3o bis 12.oo Uhr