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Bürgermeister gratuliert digital zum Schulabschluss
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Bürgermeister Rajko Kravanja
Einleitungstext

Der Schulabschluss ist ein bedeutender Schritt im Leben junger Menschen, doch die coronabedingten Kontaktbeschränkungen schränken die Abschlussfeierlichkeiten der Schulen und Berufsschulen in diesem Jahr enorm ein. Gerade in dieser Situation lässt es sich Bürgermeister Rajko Kravanja nicht nehmen, die Abiturientinnen und Abiturienten, die Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen und alle, die sie auf ihrem zuletzt recht steinigen Weg begleitet haben, zumindest digital zu beglückwünschen: Zur Rede des Bürgermeisters auf YouTube.

Fortsetzungstext

 

 

 

 

Bürgermeister Rajko Kravanja gratuliert:

"Liebe Abiturientinnen, liebe Abiturienten, liebe Schülerinnen und Schüler, die heute Ihren Abschluss feiern, liebe Eltern und Verwandte, liebe Lehrerinnen und Lehrer, zunächst herzlichen Glückwunsch! Ich freue mich, Ihnen – wenn auch auf ungewöhnlichem Wege – meine persönlichen sowie die Glückwünsche der Stadt Castrop-Rauxel und des Rates überbringen zu dürfen.

Sie haben es geschafft, trotz widriger Umstände, Ihren Abschluss zu erreichen, also Ihre Leistungen auf den Punkt abzurufen. Die Corona-Pandemie hat uns alle fest im Griff. Und auch, wenn sich vieles auf Arbeiten, Kinderbetreuung und Finanzen konzentriert, so war es gerade für Sie eine unfassbar große Herausforderung, sich in dieser Zeit auf Ihre Aufgabe zu fokussieren. Ich glaube, dass die Generation „Corona-Abschluss“ demnächst zu den bevorzugten Jahrgängen gehören wird, denn Sie haben schon bewiesen, dass Sie unter Stress arbeiten und unvorhersehbare Ereignisse meistern können.

Liebe Abschlussklassen, ich gratuliere Ihnen herzlich zum bestandenen Schulabschluss! Ich weiß noch gut aus eigener Erfahrung, wie viel Schweiß, Stress und Tränen das Hinarbeiten auf diesen Tag gekostet hat – Sie haben es endlich geschafft, das Ziel zu erreichen. Herzlich willkommen! 

Da ich aber weiß, dass zu einem guten Haus des Lernens weitere Personen gehören, möchte ich auch diesen meine Glückwünsche aussprechen.

Liebe Eltern, ich beglückwünsche Sie zum erfolgreichen Abschluss der schulischen Laufbahn Ihrer Töchter und Söhne. Sie können mit Recht stolz auf sie sein. Jahrelang haben Sie Ihre Kinder bei Freud und Leid des schulischen Alltags begleitet und ihre Sorgen geteilt. Genießen Sie den heutigen Tag und haben Sie an deren Glück Teil.

Und weil Sie, liebe Abschlussklassen, bei dieser „Schul-Reise“ von so vielen Pädagogen begleitet wurden, möchte ich diese in meine Glückwünsche einschließen. Ich gratuliere und danke also auch Ihnen, liebe Lehrerinnen und Lehrer.

Sie, liebe Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen, stehen nun vor weitreichenden Entscheidungen. Besuchen Sie weiterhin die Schule, fangen Sie eine Berufsausbildung an oder beginnen Sie ein Studium – Sie werden sich verändern. Und zu Veränderungen benötigt man Mut. 

Mut verlangt, seinen eigenen Fähigkeiten und Kenntnissen zu vertrauen. Ihr Abschluss ist ganz gewiss keine Garantie für den Traumjob, aber die Grundlage dafür. Sie haben sich in verschiedenen Bereichen schulisch und außerschulisch engagiert, auch das verlangt Mut und Kraft. Ihre Anstrengungen waren von Erfolg gekrönt. Haben Sie also Vertrauen in Ihre Fähigkeiten und Kenntnisse.

Und diesen Mut benötigen Sie nicht zuletzt bei der Berufswahl. Man weiß eben nicht, was einen erwartet, wenn man sich für einen bestimmten Beruf entscheidet. Nicht wenige setzen deshalb aus meiner Sicht zu niedrig an, sie trauen sich zu wenig zu. Der richtige Beruf kann zur Sinngebung des Lebens werden. Dafür darf man nicht aus verständlichem Sicherheitsdenken permanent unterhalb der eigenen Möglichkeiten bleiben. 

Andererseits gehört auch Mut dazu, die eigene Begrenztheit zu akzeptieren, zu sich selbst zu stehen, ohne deshalb je ganz satt zu sein. Hier muss jeder für sich selbst die richtige Balance finden.

Mut bedeutet nicht nur, äußere Gefahren zu bekämpfen. Es heißt auch, Zivilcourage zu zeigen und gegen den Feind in sich selbst, die Bequemlichkeit und die Feigheit, anzugehen. Es gibt manchmal Gelegenheiten, in denen man aus Bequemlichkeit oder Feigheit nichts sagt. Mut bedeutet auch, dies nicht zuzulassen, sich dies nicht durchgehen zu lassen und schließlich gemachte Fehler zu korrigieren, in Respekt vor anderen und in Respekt vor der eigenen Würde und Selbstachtung. 

Das betrifft uns alle – auch als Bürgermeister, Lehrer, Schüler und Schulleiter benötigt man Mut, um über seinen eigenen Schatten zu springen und Dinge zu korrigieren. Manchmal erfordert es eine gehörige Portion Mut, um Dinge zurückzunehmen, um die Stadtgesellschaft, die Schulgemeinde oder die Stufe wieder zusammenzuführen. Helfen Sie mit, nehmen Sie uns mutig zur Seite und helfen Sie uns, Fehler für die Zukunft zu vermeiden, um wieder gestärkt in der Öffentlichkeit dazustehen. 

Mut entspringt aus dem Gefühl der Verantwortlichkeit für sich und andere. Und dieser Mut lohnt sich, denn das Vertrauen, das man in andere setzt, wird nur in den seltensten Fällen enttäuscht. Meist kommt es genauso wieder zurück.

Liebe Abiturientinnen und Abiturienten, liebe Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen, Sie haben mit dem Erhalt Ihrer Abschlusszeugnisse nicht nur die Befähigung für Ihren weiteren Lebensweg bekommen, sondern gleichzeitig auch die Verantwortung, Ihren Platz in der Gesellschaft zu finden. Gestalten Sie unsere Gesellschaft nach Ihren Vorstellungen.

‚Erfahrung ist das, was man haben müsste, ehe man sie macht. Man versteht sein Leben nur im Rückblick, aber leben muss man es vorwärts.‘

Dass Ihnen das gut gelingen möge, dass Sie mutig, entschlossen und aufrecht vorwärtsgehen, das wünsche ich Ihnen von Herzen.

In diesem Sinne, lassen Sie sich gut feiern!
Herzlichen Glückwunsch!“