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100 Jahre VHS – 100 Jahre Wissen teilen
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Plakat Lange Nacht der Volkshochschulen
Einleitungstext

In diesem Jahr feiern die deutschen Volkshochschulen ihr 100-jähriges Bestehen. Mit einem Festakt in der Frankfurter Paulskirche wurde das Jubiläumsjahr im Februar eröffnet. Auch Castrop-Rauxel feiert 100 Jahre deutsche Volkshochschulen und hat am 20. September an der bundesweiten Langen Nacht der Volkhochschulen teilgenohmen.

Fortsetzungstext

100 Jahre Engagement für die Volksbildung

1844 gründete der dänische Pastor und Philosoph Nikolaj Frederik Severin Grundtvig die erste „Folkehøjskole“ in Dänemark. Ziel dieser Volkshochschule sollte es sein, eine Alternative zum staatlichen Erziehungssystem zu schaffen und allen den Zugang zu Bildung zu ermöglichen. Dieses Konzept hatte einen nachhaltigen Einfluss auf die Entwicklung der Volkshochschulen in Deutschland. Im 18. Jahrhundert wuchs mit der Aufklärung das Bedürfnis nach Wissen, Mündigkeit und Emanzipation. Dies bestätigt auch der berühmte Ausspruch Immanuel Kants „sapere aude – habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“, den er zum Leitspruch der Aufklärung erklärte. Die Epoche sowie die gesellschaftliche Entwicklung im Kontext der Industrialisierung förderten die Entwicklung der lebenslangen und volksnahen Bildung für alle.


So entstanden in Deutschland um 1900 bereits die ersten Volkshochschulen. Zu einer regelrechten Gründungswelle kam es allerdings erst nach dem Ende des Ersten Weltkrieges und mit der Verabschiedung der Weimarer Verfassung 1919. Innerhalb eines halben Jahres stieg die Anzahl der Volkshochschulen von 26 auf über 90 an.


Die Weimarer Republik und ihre Verfassung bildeten die Voraussetzungen in Deutschland, um das Konzept der Volksbildung verwirklichen zu können. Durch Artikel 148, der die staatliche Förderung des Volksbildungswesens einschließlich der Volkshochschulen forderte, wurde das Konzpet der Volkshochschule gesetzlich verankert und erhielt Verfassungsrang. 1919 gilt daher als das Geburtsjahr der Volkshochschulen.


Auch für Castrop-Rauxel lässt sich die Volkshochschule spätestens ab 1919 nachweisen. So erwähnt ein Verwaltungsbericht der Stadt vom 1. April 1919 zwei Lehrgänge der Volkshochschule. Gegen ein geringes Entgelt solle „durch die Einrichtung der Kurse (…) durch Vortragsreihen auf allen Gebieten von Kunst und Wissenschaft allen Kreisen die Teilnahme an den Kulturgütern des Volkes vermittelt werden“.

Die Anzahl der Kurse ist im Laufe der Zeit stetig gestiegen. Knapp 100 Jahre später bietet die VHS Castrop-Rauxel 4777 Kurse und Einzelveranstaltungen für Bürgerinnen und Bürger an.


„zusammenleben. zusammenhalten“

Damals wie heute tragen Volkshochschulen zur Verwirklichung des Rechts auf Bildung und zur Chancengerechtigkeit bei. Seit 100 Jahren gilt: Volkshochschulen sind in den Kommunen der Ort, an dem sich alle Menschen begegnen – egal welche Bildung, Herkunft oder Hautfarbe sie haben.


Gemeinsam mit Volkshochschulen im gesamten Bundesgebiet steht das Herbstsemester 2019 in Castrop-Rauxel daher unter dem Motto „zusammenleben. zusammenhalten“.

 

Die VHS Castrop-Rauxel lud zur Langen Nacht 

100 Jahre deutsche Volkshochschulen bedeuten 100 Jahre Wissen teilen, 100 Jahre gemeinsam voneinander und miteinander lernen. Mit der bundesweiten „Langen Nacht der Volkshochschulen“ wurde am 20. September dieses Jubiläumsjahr gefeiert – auch in Castrop-Rauxel. Gleich an drei Orten zelebriert die VHS Castrop-Rauxel das Jubiläum der deutschen Volkshochschulen und präsentiert dabei einen Einblick in ihr vielfältiges Programm.

Begonnen hat die „Lange Nacht“ in Castrop-Rauxel um 17.00 Uhr am Hammerkopfturm. Besucher konnten dort den eindrucksvollen Turm über Schacht 3 der ehemaligen Zeche Erin an der Bodelschwingher Straße 3 besteigen und sich über das historische Programm der VHS Castrop-Rauxel informieren. Gemeinsam wurde das Steigerlied gesungen. Das Familienzentrum Mikado  und über 120 Besucher waren dabei.

Ab 18.00 Uhr öffnete die Ausstellung „Das Alter in der Karikatur“ mit Sektempfang in der Bürgerhaus-Galerie, Leonhardstraße 4. Nachdem die durch Dr. Franziska Polanski initiierte und kuratierte Ausstellung bereits unter anderem in Berlin zu sehen war, konnten Besucher der „Langen Nacht“ diese am Abend auch in Castrop-Rauxel besichtigen. Bis zum 13 Oktober ist die Ausstellung zu sehen.

Ein neues Vortragsformat präsentierte die Volkshochschule mit dem Klimafit Vortrag von Felix Sprenger um 19.00 Uhr im Bürgerhaus, Leonhardstraße 4. Der Vortrag fand im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Smart Democracy“ statt. Diese Reihe bietet die Möglichkeit auch über den digitalen Weg miteinander diskutieren zu können. Denn die gesamte Veranstaltung wird via Live-Stream in andere Volkshochschulen übertragen. Über eine Online-Plattform konnten Teilnehmende Fragen zum Thema stellen und damit die Diskussion mit den Expertinnen und Experten beeinflussen.

Der Autor und Schauspieler Mathias Kopetzki las ab 19.30 Uhr in der Stadtbibliothek, Im Ort 2, aus seinem neuen Buch „Deutschland, ein Sommertrip: Wie die 68er mir mein Leben versifften“ lesen. Darüber hinaus konnten Besucher noch bis 21.00 Uhr Bücher und andere Medien in der Stadtbibliothek ausleihen.

Der Kulturplatz Leo, Leonhardstraße, wurde von der VHS Castrop-Rauxel während der „Langen Nacht der Volkshochschulen“ natürlich auch bespielt. So sorgte die Rock’n Roll Musikschule für die richtige Stimmung an dem Abend und mit Mit-Mach-Tänzen sowie Rudelsingen wurden die Besucher animiert, sich aktiv am musikalischen Programm zu beteiligen.

Die „Lange Nacht der Volkshochschulen“ ist Teil des Jubiläumsprogramms zum 100-jährigen Bestehen der Volkshochschulen in Deutschland und fand an diesem Abend erstmals bundesweit statt.

Das Jubiläum geht zurück auf die Weimarer Verfassung, die erstmals den Anspruch auf Weiterbildung in staatlicher Verantwortung erhob. Darauf will die VHS Castrop-Rauxel an diesem Abend gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern anstoßen und außerdem – passend zum Semesterthema „zusammenleben.zusammenhalten“ – ein Zeichen setzen für Offenheit, Vielfalt und Zusammenhalt.