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Karikatur von Thomas Theodor Heine 1867-1948
Mitteilung

Kostenlose Vortragsreihe zum historischen Schwerpunktthema "Weimarer Republik"

Von 1918 bis 1933 bestand in Deutschland zum ersten Mal eine Demokratie. Im Rückblick wird die Weimarer Republik oft vor allem unter dem Aspekt ihres Scheiterns und der folgenden Diktatur der Nationalsozialisten betrachtet. Dabei wird oft übersehen, dass es der Weimarer Republik gelang, eine Reihe schwerer Krisen zu überstehen und wichtige Impulse auch für die spätere Bundesrepublik zu geben. In den nächsten Wochen bietet die VHS Castrop-Rauxel eine Reihe von vier Vorträgen an, die jeweils verschiedene Aspekte der Weimarer Republik beleuchten. Die Teilnahme ist kostenlos!

 

Von der Novemberrevolution zum Hitler-Putsch – Die Anfänge der Weimarer Republik 1918-1923“ heißt der Vortrag am Mittwoch, 27. Oktober, um 18.30 Uhr, im Bürgerhaus, Leonhardstraße 4:

Die junge Republik hatte Gegner auf beiden Seiten des politischen Spektrums. Dabei mussten sich Friedrich Ebert und Philipp Scheidemann (SPD) gegen Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht (KPD) durchsetzen, die ein Rätesystem nach sowjetischem Muster planten und den 'Spartakus-Aufstand' in Berlin initiierten. Die revolutionären Unruhen von links wurden bekämpft durch rechtsradikale Freikorps. Diese bekämpften u.a. im Ruhrgebiet die 'Rote Ruhr-Armee', die sich infolge des 'Kapp-Putsches' gebildet hatte. Aus den Reihen der Freikorps rekrutierten sich auch die Verantwortlichen für die 'Fememorde' an führenden Politikern wie Matthias Erzberger und Walther Rathenau. Vor dem Hintergrund einer sich steigernden Inflation bestimmten Hunger und Arbeitslosigkeit das Schicksal der Menschen, die um neue Orientierungen rangen. 1923 besetzten Franzosen und Belgier das Ruhrgebiet. Hitler putschte in München. Reichskanzler Stresemann meistert Hitler und die Inflation - und wird selber abgesetzt. Anmeldungen für den Vortrag sind bis 20. Oktober möglich.

 

Am Freitag, 29. Oktober, um 18.00 Uhr folgt der Online-Vortrag „Die Spanische Grippe – Eine Jahrhundertpandemie zwischen Kaiserreich und Weimarer Republik“:

Mit ihren weltweit 50 Millionen Toten von 1918 bis 1920 gilt die Spanische Grippe heute als die 'Mutter aller Pandemien'. Sie weist mit ihren Pandemiewellen, dem Fehlen von Impfstoffen und Immunität oder auch mit den Diskussionen über Schulschließungen eine Reihe von Ähnlichkeiten mit der Corona-Krise auf. Die zweite und besonders tödliche Welle der Spanischen Grippe traf Deutschland inmitten des Kriegsendes und der Novemberrevolution. Der Vortrag skizziert den Verlauf der Pandemie, diskutiert, wie diese in Deutschland wahrgenommen wurde und fragt, welche Wirkungen sie für die Weimarer Republik hatte. Anmeldeschluss: 22. Oktober.

 

Um den mutigen Zentrumspolitiker Matthias Erzberger, der vor 100 Jahren durch Rechtsradikale erschossen wurde, geht es im Vortrag am Donnerstag, 4. November, um 18.30 Uhr im Bürgerhaus:

Zu den Gründen für das Scheitern der Weimarer Republik gehören unter anderem auch die Diffamierung und nicht selten Ermordung führender Repräsentanten. Matthias Erzberger gehörte zu denen, die sich am Ende des Ersten Weltkrieges für einen demokratischen Neuanfang engagierten. Aus einfachen Verhältnissen stammend war er als Mitglied der katholischen Zentrumspartei seit 1903 Reichstagsabgeordneter und leitete 1918 als Staatssekretär die deutsche Waffenstillstandskommission und unterzeichnete das Waffenstillstandsabkommen am 11. November 1918. Er setzte sich für die Annahme des auch von ihm scharf kritisierten Versailler Vertrages ein, um den politischen Neuanfang in Deutschland nicht zu gefährden. In den Anfangsjahren der Weimarer Republik war er als Reichsfinanzminister für bis heute nachwirkende Weichenstellungen verantwortlich. Zeit seines Lebens streitbar und umstritten, wurde er am 26. August 1921 von rechtsextremistischen Terroristen ermordet - ein irreparabler Verlust für die junge Demokratie. Der Vortrag zeichnet das Leben einer der interessantesten politischen Gestalten des Kaiserreichs und der jungen Weimarer Republik nach, an deren demokratische Tradition die Bundesrepublik bei ihrer Gründung 1949 anknüpfen konnte. Anmeldungen sind bis 27. Oktober möglich.

 

Das Ende der Weimarer Republik“ lautet der Vortragstitel am Donnerstag, 11. November, um 18.00 Uhr im Bürgerhaus:

Nach zahlreichen überstandenen Krisen und Putschen von beiden politischen Rändern sah es in der zweiten Hälfte der 1920er Jahre danach aus, als könne sich die junge deutsche Demokratie stabilisieren. Die ab Oktober 1929 in den USA ihren Ausgang nehmende Weltwirtschaftskrise stürzte jedoch auch die Weimarer Republik in eine tiefe Krise. Der Missbrauch der Weimarer Verfassung durch den damaligen Reichspräsidenten Hindenburg trug dazu bei, der NSDAP unter Adolf Hitler den Weg an die Macht zu ebnen.

Anmeldungen für den letzten Vortrag diese Reihe zur Weimarer Republik nimmt die VHS bis zum 4. November entgegen – entweder per E-Mail an vhs@castrop-rauxel.de oder telefonisch unter 02305 / 54884-10.



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