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Aktueller Buchtipp der Stadtbibliothek
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Buchtitel "Der Palast der Miserablen"
Einleitungstext

Jede Woche stellt die Stadtbibliothek Castrop-Rauxel Ihnen hier eine Neuerscheinung vor. Dieses Mal: "Der Palast der Miserablen" von Abbas Khider. Lesen Sie die ganze Buchbesprechung:

Fortsetzungstext

 

 

 

 

 

 

Abbas Khider - "Der Palast der Miserablen"

In Bagdad zur Zeit Saddam Husseins lebt der junge Shams Hussein mit seiner Familie in den Slums neben einem riesigen Müllberg. Mit der Hoffnung auf ein besseres Leben waren sie nach dem Aufstand der Schiiten 1991 aus dem Süden des Irak in die Hauptstadt gezogen, doch dort ist die wirtschaftliche Lage noch katastrophaler. Shams‘ Mutter verdient ein bisschen Geld mit Wahrsagerei, der Vater als Lastenträger auf dem Bazar. Shams verkauft halbwegs brauchbare Gegenstände, die er auf der Müllhalde findet. 

Eines Tages bekommt er durch Zufall einen Job als Verkäufer auf dem Büchermarkt. Er ist fasziniert von der Literatur, liest einen Roman von Alberto Moravia und ist seitdem mit dem Literaturvirus infiziert. Bücher helfen ihm, das Elend zu ertragen, und sich in eine andere, bessere Welt ohne Elend und Hunger zu versetzen. Auf dem Büchermarkt macht er die Bekanntschaft von anderen literaturbegeisterten Intellektuellen. Sie treffen sich regelmäßig in der Wohnung eines Blinden, die „Palast der Miserablen“ genannt wird.

Doch der Literaturkreis der Dissidenten gerät bald ins Visier der Geheimpolizei. Im Gegensatz zu seinen Freunden hat Shams nicht die Möglichkeit, schnell das Land zu verlassen. Er wird verhaftet und vegetiert nun verlassen in seiner Zelle, auch als die USA den Irak angreifen und die Schergen Saddam Husseins längst untergetaucht sind.

Khiders neuer Roman ist retrospektiv aus der Sicht des Jungen erzählt, der in seiner Zelle viel Zeit hat, sich an alles zu erinnern. Er beschreibt den Alltag der kleinen Leute in einer Diktatur zwischen Angst und Hoffnung und die Geschichte des Iraks, der bis heute nicht zur Ruhe gekommen ist….

Der Autor, Jahrgang 1973, geboren in Bagdad, teilt das Schicksal seines Protagonisten Shams. Er war selbst Folteropfer und Flüchtling. Seit 2000 lebt er in Deutschland, hat Literatur und Philosophie in München studiert. Für seine Werke, die das Thema und Flucht und Exil behandeln, wurde er bereits mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnet.

Weitere Informationen zur Stadtbiblithek finden Sie auf www.castrop-rauxel.de/stadtbibliothek