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CityAgilSmart.digital (CAS.digital) - Digitalisierungsstrategie entsteht im Bürgerdialog
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Digitalisierungsbeauftragter Miguel Garcia
Einleitungstext

Die Stadt Castrop-Rauxel stellt sich zunehmend den vielfältigen Herausforderungen der digitalen Transformation. „Ein digitales Castrop-Rauxel – das ist meine Vision“, sagt Bürgermeister Rajko Kravanja. „Um dies zu realisieren, haben wir im Haushaltsplan eine volle Stelle für einen Digitalisierungsbeauftragten geschaffen.“ 

Fortsetzungstext

Um eine umfassende stadtweite Digitalisierungsstrategie ab 2022 in die Realität umzusetzen, hat Miguel Garcia, Wirtschaftsinformatiker mit langjähriger Erfahrung im Bereich Usability und User Experience, im April 2020 seine Stelle angetreten. Er wird Bürgermeister Rajko Kravanja dabei unterstützen, seine Ideen von einer modernen bürgernahen Verwaltung und einer zukunftsorientierten Kommune in Hinsicht auf den digitalen Wandel voranzubringen. 

Bürgerdialog ist das A und O bei der Digitalisierung

Miguel Garcia sieht seine Aufgabe an der Schnittstelle zwischen den Bürgerinnen und Bürgern und der IT: „Mir geht es darum, den Nutzer in den Vordergrund zu stellen und mit der Digitalisierung auf die Bedürfnisse der Menschen einzugehen.“ Um diese zu eruieren und die Digitalisierungsstrategie vorzustellen, wird es verschiedene Formen des Bürgerdialogs geben - online und offline.

Erste wichtige Projekte bereits umgesetzt und in Arbeit

In der jüngeren Vergangenheit haben Bürgermeister Rajko Kravanja und Benjamin Matzmorr, Leiter des Bereichs Informationstechnik und zentrale Dienste, bereits erste wichtige Projekte gestartet. Im Bereich des Bürgerservice wurden erste Online-Dienste umgesetzt, die Cas-APP mit allen verfügbaren digitalen Angeboten in einer mobilen Anwendung wurde realisiert, und in der Verwaltung wurde damit begonnen, die elektronische Akte einzuführen. In enger Abstimmung mit Rajko Kravanja und Benjamin Matzmorr wird nun Miguel Garcia bis Mitte 2021 die Digitalisierungsstrategie für CastropRauxel entwerfen. Die Umsetzung der Strategie wird dann nahtlos in vielfältigen, innovativen und kreativen Projekten erfolgen. Klares Ziel dabei ist es, dass in allen Lebensbereichen der Bürgerinnen und Bürger der größtmögliche Nutzen entsteht. 

Die Digitalisierungsstrategie für Castrop-Rauxel: CityAgilSmart.digital 

Unter dem Arbeitstitel CityAgilSmart.digital (CAS.digital) stehen alle Themen der Digitalisierung auf der Agenda, die derzeit in vielen Kommunen Deutschlands diskutiert und teilweise bereits angegangen werden:

  • die Einführung eines Online-Portals mit bestehenden Dienstleistungen wie beispielsweise Urkunden-anforderungen, An- und Abmeldung der Hundesteuer, Kita-Navigator, aber auch mit vielen neuen digitalen Angeboten ab August 2020

  • die Einführung komfortabler und nachhaltiger Lösungen in den Bereichen Arbeitsmarkt, Bildung (hier läuft aktuell der großangelegte städtische Ausbau der digitalen Infrastruktur an den Schulen), Mobilität, Energie, Gesundheit und Pflege, Soziales Leben, Sport und Kultur, Öffentliche Sicherheit – alles, was mit dem Begriff Smart City gemeint ist: Ein Portal für die lokale Wirtschaft, eine smarte Straßenbeleuchtung, Laternenpfosten mit Sensoren zur Ozonmessung und Temperaturanzeige, eine Verkehrs-App für Castrop-Rauxel, virtuelle Formate für Kultur und Freizeit, nach denen die Nachfrage coronabedingt in jüngster Zeit stark gestiegen ist, die Messung und Abrufbarkeit der Luftqualität, eBike-Stationen zur nachhaltigen Mobilitätssteigerung und vieles mehr – das sind nur einige konkrete, denkbare Beispiele für derartige Angebote, von denen teilweise auch Menschen profitieren könnten, die kein Smartphone besitzen.

  • ein bürgerorientierter, offener und transparenter Dialog und die Teilhabe an politischen Entscheidungen: Um die Bedürfnisse der Bürger zu eruieren, wird die Stadt unter anderem eine digitale Plattform für den Bürgerdialog bereitstellen. Hier können Bürgerinnen und Bürger Vorschläge einbringen, diese diskutieren, bewerten und entscheiden – so zum Beispiel über die Verwendung des Bürgerbudgets. Um aber auch diejenigen Menschen in den Digitalisierungsprozess mit einzubeziehen, die (noch) wenig moderne Technik nutzen, wird es auch Partizipationsformate geben, die face-to-face stattfinden. Miguel Garcia erklärt sein Vorgehen so: „Die Menschen beschreiben ihre Wünsche und Probleme – in Zusammenarbeit mit dem Bürgermeister und der IT finde ich dafür smarte, digitale Lösungen.“

  • ein offener Austausch auch zu kritischen Aspekten wie zum Beispiel der Beachtung von Privatsphäre und Menschenrechten und der Gestaltung einer nachhaltigen und sicheren Stadt durch datenschutzkonformes Data-Sharing und die Einsehbarkeit von weiteren Open Data, wie es sie schon mit dem CasGeoportal gibt.

Entwicklung der Ideen und ihre Umsetzung

Neben dem Bürgerdialog werden auch Unternehmen, Verbände und Vereine von Anfang an in die Digitalisierungsstrategie eingebunden, um ihre gebündelten Bedürfnisse zu hören und zu berücksichtigen. Die Entwicklung der Ideen und Themen zu einer konkreten Strategie soll anschließend unter anderem in agilen Themen-Laboren stattfinden, in einer Art Bürgerworkshop. Im Rahmen eines engen interkommunalen Wissensaustausches werden dabei ebenso Erkenntnisse aus Modellkommunen berücksichtigt, die unter anderem durch die Unterstützung des Landes in der Digitalisierung bereits vorangeschritten sind.

Möglichst viele Menschen sowohl aus der Bürgerschaft als auch aus der Stadtverwaltung sollen dafür gewonnen werden, sich am Prozess zu beteiligen. Hierzu sind diverse Veranstaltungsformate vorgesehen. In einer Kultur der Offenheit soll Partizipation und Kollaboration gefördert und Castrop-Rauxel mit neuen Ideen und Arbeitsweisen zum Wohle und Nutzen aller Bürgerinnen und Bürger modern gestaltet werden. Zum Start wird es eine Reihe von Webmeetings geben und trotz fehlender physischer Nähe hoffen alle auf das Entstehen eines „Wir-Gefühls“.