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Bürgermeister unterstützt Friseurhandwerk und ähnliche Dienstleister in der Corona-Krise
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Symbolbild für geschlossene Betriebe; Bild von Gerd Altmann auf Pixabay
Einleitungstext

Der Lockdown zum Schutz vor Neuinfizierungen mit dem Coronavirus ist nötig und lebenswichtig, aber er trifft manche Menschen und Branchen härter als andere. Besonders kritisch ist die Situation auch für die Friseur- und ähnliche Dienstleistungs-betriebe. Deshalb unterstützt Bürgermeister Rajko Kravanja unter anderem die „Friseurinnung Herne Castrop-Rauxel“, die sich mit einem SOS-Hilferuf an ihn gewendet hatte.

Fortsetzungstext

Video-Meeting mit der Friseurinnung Herne Castrop-Rauxel

In einem Video-Meeting traf der Bürgermeister Vertreterinnen und Vertreter des Herner und Castrop-Rauxeler Friseurhandwerks, um sich ein detailliertes Bild der Situation zu verschaffen: „Die Rücklagen sind nach mehr als 14 Wochen Schließung seit März 2020 aufgebraucht. Und die staatliche Unterstützung beträgt bei den meisten Salons bis heute 0 Cent“, fassen Obermeister Jörg Böhlke aus Herne, stellvertretender Obermeister Stefan Wagener aus Castrop-Rauxel, stellvertretender Obermeister Andreas Janik aus Herne, Lehrlingswartin Ute Köhn aus Herne und Beisitzerin Sylke Laudwein aus Castrop-Rauxel der Friseurinnung die düstere Lage ihres Berufszweiges zusammen. 

Vielfältige finanzielle Belastungen für die Betriebe

Gründe dafür seien unter anderem die Belastung durch die Rückzahlung der Soforthilfe vom April 2020, die von vielen Betrieben knapp nicht erfüllten Kriterien zur Beantragung der Überbrückungshilfe II, die noch immer nicht angelaufene Überbrückungshilfe III, die verzögerte Auszahlung einer beantragten Grundsicherung, die Vorstreckung des Kurzarbeitergeldes für die Mitarbeitenden sowie nicht bewilligte KfW-Kredite aufgrund aufgebrauchter Rücklagen. Um eine Insolvenzwelle zu verhindern, appellieren sie deswegen „im Namen des Herner und Castrop-Rauxeler Friseurhandwerks an alle verantwortlichen Politiker, die Hilfen für Friseure rückwirkend zu überarbeiten und anzupassen, um Betrieben schnellstmöglich finanziell unter die Arme greifen zu können.“

Unterstützung durch den Bürgermeister

Genau hier setzt Bürgermeister Rajko Kravanja, selbst Sohn einer Friseurmeisterin, mit seiner Unterstützung an: „Es steht ein Gespräch mit Frank Schwabe (MdB) an, um die wirtschaftlichen Hilfen für das Friseurhandwerk, aber auch für andere ähnlich hart getroffene Handwerksbetriebe, besser zu koordinieren und das Thema mit dem Detailwissen aus dem Videogespräch noch einmal mit in den Deutschen Bundestag zu nehmen.“

Zusätzliche Schwierigkeiten der Friseur- und ähnlicher Dienstleistungsbetriebe

Zusätzlich zu den Schwierigkeiten mit den Staatshilfen hat das Friseurhandwerk mit weiteren Belastungen zu kämpfen, erklärt der Vorstand der Friseurinnung: Friseurinnen und Friseure hätten keine einträglichen Ausweichmöglichkeiten wie die Gastronomie (To-Go-Geschäft) oder der Einzelhandel (Click & Collect), und Gutscheine verlagerten die 0 € Einnahmen nur auf einen späteren Zeitpunkt. Außerdem stiegen aufgrund der angespannten finanziellen Lage die Zahl der illegalen Dienstleistungen, die die Abstands- und Hygieneregeln oftmals eben nicht einhielten. Auch deshalb fordert der Vorstand der Friseurinnung im Namen der Mitgliedsbetriebe „die schnelle Öffnung der Friseursalons, um Kunden wieder hygienisch und sicher bedienen zu dürfen“. 

Kontrollen durch den KOD nach der Öffnung der Salons

Dass die Situation auch nach der Öffnung schwierig bleibt, darin sind sich Bürgermeister Rajko Kravanja und die Vertreterinnen und Vertreter der Betriebe einig: Um die Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten, können nicht mehr so viele Kunden gleichzeitig im Geschäft bedient werden wie gewohnt. So sei es zum Beispiel nicht möglich, während der Einwirkzeit einer Haarfärbung gleichzeitig bereits der nächsten Person die Haare zu waschen. „Daher haben wir verabredet, dass der Kommunale Ordnungsdienst nach der Öffnung verstärkt auf die Einhaltung der Regeln achten soll, um nicht diejenigen zu benachteiligen, die sich an dieselben halten“, erklärt der Bürgermeister in der Hoffnung auf eine rasche Verbesserung der Situation für die gebeutelten Handwerksbetriebe.