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Raupen und Nester des Eichenprozessionsspinners meiden und melden
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Hand mit Eichenblatt voller Raupen
Einleitungstext

Die Larven der Schmetterlingsart Eichenprozessionsspinner schlüpfen bald wieder. Seit einigen Jahren befallen die Raupen auch immer wieder Eichen im Stadtgebiet Castrop-Rauxel. Die Stadtverwaltung möchte frühzeitig davor warnen, die Raupen und Nester anzufassen oder gar selbst bekämpfen zu wollen.

Fortsetzungstext

„Menschen sollten die Tiere in Ruhe lassen und den befallenen Bäumen aus dem Weg gehen. Solange die Raupen nicht unter Stress geraten, sind sie ungefährlich“, versichert Klaus Breuer, Leiter des Bereichs Stadtgrün und Friedhofswesen.

Brennhaare mit Nesselgift

Die Entwicklung der Raupen umfasst sechs Stadien. Die Raupen sind von Anfang an stark behaart. Ab dem dritten Larvenstadium entwickeln sie die mit Widerhaken versehenen Brennhaare mit dem Nesselgift Thaumetopein und sind dann für Mensch und Tier mitunter sehr gefährlich. Am Ende des sechsten Larvenstadiums erreichen die Raupen eine Körperlänge von bis zu vier Zentimeter. Temperaturabhängig verpuppen sich die Altraupen Mitte bis Ende Juni. Dazu spinnen sie sich in ockerfarbene Kokons und bilden ein sehr großes Gespinstnest. Nach drei bis fünf Wochen schlüpfen die Falter.

Der Eichenprozessionsspinner ein wertvoller Bestandteil der Natur, doch sind die feinen Nesselhaare seiner Raupen giftig und können beim Menschen starke Reizungen der Atemwege und der Haut verursachen. Bei Stress oder Beunruhigung werfen die Raupen ihre Nesselhaare ab. Zudem bleibt die Giftwirkung der Haare auch in alten Nesten und Häuten der Larven noch lange erhalten.

Befallene Bäume erholen sich wieder

Der Name Eichenprozessionsspinner rührt daher, dass die Tiere primär Eichen befallen und sich in Kolonnen bewegen. In der Regel erholen sich die befallenen und kahlgefressenen Bäume wieder. Die Raupen und später die Falter sind Teile verschiedener Nahrungsketten. Natürliche Feinde des Eichenprozessionsspinners sind Wanzen, räuberische Käfer wie zum Beispiel der Puppenräuber, Raupenfliegen und Schlupfwespen. Daher ist eine Bekämpfung außerhalb des Lebensumfeldes von Menschen in der Regel nicht notwendig. Wo Menschen und Bäume in der Stadt unmittelbar nebeneinander leben, ist eine Bekämpfung aber angeraten.

Verschiedene Arten der Bekämpfung

Die Bekämpfung der Raupen gilt als offizielle Maßnahme des Gesundheitsschutzes. Allerdings erfolgt sie nur im Bedarfsfall und nur an solchen Stellen, an denen sich besonders gefährdete Personengruppen aufhalten wie rund um Schulen oder Altenheimen sowie auf Friedhöfen. Bei dieser präventiven Bekämpfung kommt ein biologisches und für andere Tiere sowie den Menschen unschädliches Präparat zum Einsatz. Die Raupen nehmen es mit dem Fraß der Blätter auf. Der Darmtrakt der Raupen wird durch die Wirkstoffe blockiert, und die Raupen sterben ab. Die Nester werden später mit Spezialgeräten abgesaugt und ordnungsgemäß entsorgt.

Seit der Eichenprozessionsspinner vor einigen Jahren zum ersten Mal in NRW und dann auch in Castrop-Rauxel gesichtet wurde, wuchs die Population stetig an.

Zum vielfältigen Maßnahmenkatalog, den die Stadtverwaltung in den vergangenen Jahren kontinuierlich ausgeweitet und angepasst hat, gehören auch neue Nistmöglichkeiten für die natürlichen Fressfeinde des Eichenprozessionsspinners. Im Auftrag des Bereichs Stadtgrün und Friedhofswesen hatten Jugendliche des Berufsbildungszentrums (BBZ) der VHS Nistkästchen für Rotkehlchen, Blau- und Kohlmeisen angefertigt, die auf Friedhöfen, an Schulen und Kindertagesstätten, in Parkanlagen, auf Spielplätzen und an geeigneten Straßenzügen angebracht wurden. Sobald die Vögel nisten, brauchen sie zahlreiche Insekten, um ihren Nachwuchs zu füttern. Der Eichenprozessionsspinner ist da eine willkommene Beute.

Als unwirksam hingegen erwiesen sich sogenannte Ringfallen, die um die Baumstämme angebracht werden. Die Stadt hatte sie ausprobiert, aber sie sind nicht mehr im Einsatz.

Kontakt

Bürgerinnen und Bürger, die Nester oder Kolonnen des Eichenprozessionsspinners entdecken, werden gebeten, die befallenen Bäume zu meiden und die Stadtverwaltung unter 02305 / 106-2896, -2790 oder stadtgruen-und-friedhofswesen@castrop-rauxel.de über den Befall zu informieren.

Eine Bekämpfung erfolgt nur an städtischen Bäumen. Private Baumbesitzer werden gebeten, sich an einen spezialisierten Baumdienst zu wenden.