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„Sprung über die Emscher“: Bund sagt Förderung in Höhe von 8 Millionen Euro zu
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Entwurf: Lisa Mühlnickel_RWTH Aachen
Einleitungstext

Allerbeste Nachrichten für Castrop-Rauxel gab es am Freitag, 3. März, aus Berlin: Der Bau der spektakulären Brücke „Sprung über die Emscher“ am Wasserkreuz wird vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit mit rund 8 Millionen Euro gefördert.

Fortsetzungstext

Die Mittel stammen aus dem Fördertopf „Nationale Projekte des Städtebaus“. Das Bauwerk ist eines der prägnantesten Bestandteile des regionalen Konzepts Emscherland 2020, das unter Federführung der Emschergenossenschaft von den Städten Castrop-Rauxel, Herne, Herten und Recklinghausen entwickelt wurde. Der „Sprung über die Emscher“ hat das Potenzial, sich zu einer Landmarke der Region und zu einem Wahrzeichen des Strukturwandels durch den Emscher-Umbau zu entwickeln.

(Foto: Masterarbeit Lisa Mühlnickel, RWTH Aachen)

Von den 24 ausgewählten „Nationalen Projekten des Städtebaus 2017“, die mit insgesamt rund 65 Millionen Euro gefördert werden, erhält der "Sprung über die Emscher" die höchste Einzelförderung!

Bürgermeister Rajko Kravanja ist bereits voller Vorfreude: „Mit diesem Projekt und dem angrenzenden großen Natur- und Erlebnispark auf Recklinghäuser Gebiet wird im Norden unserer Stadt der Umbau des Emscher-Systems abgeschlossen und gebührend gewürdigt. Emscherland 2020 wird dabei nur den Auftakt bilden und vielmehr Vorreiter und Blaupause für die IGA 2027 sein.“

Dr. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft, erklärt: „Der Sprung über die Emscher wird das Symbol des neuen Bildes des Emscherlandes sein. Das Projekt bildet eine baukulturell herausragende Landmarke, welches sich selbstbewusst in die Reihe der bestehenden, teils prominenten Bauwerke der Region einordnen wird. Durch dieses verbindende Element wird eine Vielzahl von einzelnen Projektbausteinen der Kommunen des Emscherlandes vernetzt und entfaltet so ihre positive Wirkung auf die umliegenden Quartiere und die gesamte Region. Das Wasserkreuz wird zu einem einzigartigen Ort, der national wie international wahrgenommen werden wird – insbesondere in Verbindung mit dem Abschluss unseres Generationenprojekts Emscher-Umbau.“

Die Brücke
Der neue Brückenschlag in Form eines attraktiven Brückenbauwerks über Emscher und Rhein-Herne-Kanal soll ab 2020 als neue Fuß- und Radwegeverbindung den immer stärker werden-den Freizeitverkehr an diesem in Deutschland einzigartigen Wasserkreuz aufnehmen. In einer Höhe von neun Metern werden die Schichten des Ruhrgebietes und der Strukturwandel durch den Emscher-Umbau erlebbar gemacht.

In 16 Metern Tiefe verschwindet die „schwatte“ Emscher im unterirdischen Abwasserkanal – acht Meter darüber fließt die neue „blaue“ Emscher, wiederum acht Meter höher liegt der Rhein-Herne-Kanal. Und eben neun Meter darüber überqueren künftig Radfahrer über den neuen Brückenschlag die sich kreuzenden Gewässer.

Am angrenzenden Platz der Schichten sollen die Besucher des Emscherlandes in Empfang genommen werden und auf spie-lerische Weise an die Themen Wasser und Abwasser herangeführt werden. Der Platz dient als touristischer Auftakt der Orientierung und Information. Ein „gläserner Kanalschacht“ soll durch Licht, Klang und farbliche Gestaltung eine bisher nicht sichtbare, unterirdische Infrastruktur sichtbar und erlebbar machen.

Die Kosten
Nach aktueller Planung betragen die Kosten für den Bau der Brücke neun Millionen Euro. Acht Millionen Euro Förderung erhalten die Emschergenossenschaft und die Stadt Castrop-Rauxel von der Bundesregierung, weitere 500.000 Euro an Fördermitteln gibt es seitens des Landes Nordrhein-Westfalen (Städtebauministerium) im Rahmen der Städtebauförderung für den „Platz der Schichten“ sowie für den „gläsernen Schacht“. Die Gesamtkosten für die Brücke inklusive Planungsleistungen und Ideenwettbewerb belaufen sich auf zirka 11,7 Millionen Euro. Den verbleibenden Eigenanteil trägt die Emschergenossenschaft.

Emscherland 2020
Eine interkommunale Arbeitsgruppe aus den vier Städten Castrop-Rauxel, Recklinghausen, Herne und Herten hat in Kooperation mit der Emschergenossenschaft ein kommunenübergreifendes Konzept für das Emscherland ausgearbeitet. Das Konzept wurde im Dezember im Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen eingereicht.

Damit bewerben sich die fünf Partner gemeinsam um Mittel aus dem EFRE-Förderaufruf „Grüne Infrastruktur NRW“. Gemeinsam wollen sie die Chancen und den Mehrwert des wasserwirtschaftlichen Jahrhundertprojektes Emscher-Umbau für die Stadt- und Freiraumentwicklung nutzen.

Ein besonderes Anliegen ist es, naturbasierte Ökosystemleistungen zur Grundlage einer ökologischen Landschaftsentwicklung zu machen. Ein Natur- und Wassererlebnispark an der östlichen Grenze der Gebietskulisse soll über eine Emscher-Promenade bis zur westlichen Gebietsgrenze mit einem außerschulischen Lernort auf dem ehemaligen Klärwerk für den Ost- und Hellbach verknüpft werden. An dieser Achse sind unterschiedliche Angebote für Naturerleben, Naturschutz- und Umweltbildung aufgereiht.

Mit „Emscherland 2020“ soll die Schlussphase des Emscher-Umbaus gefeiert werden. Das Hauptziel dieses beispiellosen Generationenprojekts – eine vom Abwasser befreite Emscher – wird voraussichtlich Ende 2020 erreicht werden. In einem Zeitraum von dann drei Jahrzehnten wird die Emschergenossenschaft nach derzeitigem Kenntnisstand prognostizierte 5,266 Milliarden Euro in die Aufwertung der Emscherlandschaft investiert und eine moderne abwassertechnische Infrastruktur geschaffen haben. Das will und muss gefeiert werden!

Weiterführende Informationen

Castrop-Rauxel, Havixbeck und Krefeld erhalten über 15,4 Millionen Euro (Meldung des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit)

Der Brückenentwurf entstammt der Masterarbeit der Studentin Lisa Mühlnickel der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen (RWTH).