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Vincennes feierte Europa - und Castrop-Rauxel feierte mit
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Castrop-Rauxeler Biergarten und Infostand vor dem Rathaus Vincennes
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Am Wochenende der Landtagswahl NRW und der Präsidentschaftswahl in Frankreich feierte Castrop-Rauxels französische Partnerstadt Vincennes ihren dritten Europatag. In diesem Jahr war das Hauptthema die deutsche Partnerstadt Castrop-Rauxel und die Ruhr-Region. Vom 12. bis 14. Mai besuchte Bürgermeister Rajko Kravanja die französische Partnerstadt gemeinsam mit 30 Bürgerinnen und Bürgern.

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Zahlreiche Castrop-Rauxelerinnen und Castrop-Rauxeler hatten sich nach einem Aufruf der Stadtverwaltung spontan für eine Bürgerfahrt nach Vincennes angemeldet. In wenigen Stunden waren die 30 Plätze ausgebucht.

Direkt nach ihrer Ankunft am Freitag (12.05.) wurde die Castrop-Rauxeler Gruppe von Laurent Lafon, dem Bürgermeister von Vincennes, sehr herzlich im Festsaal des Rathauses empfangen. Anschließend hatte die Gruppe Zeit zum Sightseeing in Vincennes und Paris. Viele Teilnehmer dieser Bürgerfahrt haben sich aber erst gar nicht auf den Weg nach Paris gemacht, sondern lieber die französische Partnerstadt erkundet.

„Vincennes hat sich in den vergangenen Jahren sehr positiv entwickelt und präsentiert ein wunderbar gepflegtes und modernes Stadtbild“, erklärt die Castrop-Rauxeler Städtepartnerschaftsbeauftragte Edith Delord, die die Reise organisierte. Mit dem Charme einer französischen Kleinstadt bietet Vincennes eine hervorragende Lebensqualität direkt vor den Toren von Paris. Auch gibt es jede Menge zu entdecken: dominierend im Stadtbild ist das Schloss, das Chateau de Vincennes, aber auch der Botanische Garten und der Zoo sowie der Wald, der fast zehn Quadratkilometer große Bois de Vincennes.

Großformatige Fotos mit Castrop-Rauxeler Motiven wurden ausgestellt

In Bilderausstellung „Impressionen aus Castrop-Rauxel“, die die Stadt Castrop-Rauxel eigens für die Europafeierlichkeiten in Vincennes erstellt hatte, wurde den Franzosen im Kulturzentrum von Vincennes der Wandel der ehemaligen Kohleregion zu einer erlebnisreichen Kultur- und Freizeitregion präsentiert. Die wunderschönen Bildcollagen kamen bei den Vincennern sehr gut an. Die Ausstellung soll nach ihrer Rückkehr aus Vincennes auch in Castrop-Rauxel gezeigt werden.

Am Samstag (13.05.) fand dann auf dem Rathaus-Vorplatz von Vincennes das große Europa-Fest statt. Verschiedene in Vincennes beheimatete Vereine präsentierten dort ihre Sprach-, Musik- und weiteren Kulturangebote. Musik-, Tanz-, Theater- und Sportarten aus allen Ländern Europas wurden auf einer Bühne aufgeführt.

Städtepartnerschaftbeauftragte Edith Delord, die an einem Castrop-Rauxeler Infostand Broschüren über die Stadt, den Kreis Recklinghausen und das Ruhrgebiet bereithielt, kam mit vielen Vincennern, aber auch Deutschen, die nach Vincennes gezogen sind, ins Gespräch. Viele, die bereits in der Vergangenheit an Austauschmaßnahmen teilgenommen hatten kamen am Castrop-Rauxeler Stand vorbei, um Bonjour zu sagen.

Gerne wurden Flyer, zweisprachige Dokumentationen über Stadt und Region sowie kleine Werbepräsente entgegengenommen. Diese Veranstaltung gab erstmalig außerhalb der traditionellen Begegnungen von Sport- und Kulturvereinen, allen Bürgern die Gelegenheit des Kennenlernens - gelebte Völkerverständigung par excellence.

Auch einige Mitglieder des Kinder- und Jugendparlamentes (KiJuPa) aus Castrop-Rauxel waren mitgereist, repräsentierten ihre Stadt am Infostand und konnten bei einer Podiumsdiskussion im Rathaus Kontakt mit den französischen Jugendlichen aufnehmen. Eine weitere Begegnung, möglichst noch in diesem Jahr, soll nun realisiert werden.

Castrop-Rauxeler Biergarten war bei den Franzosen sehr beliebt

Eindeutiges Highlight an diesem Tag war der „Biergarten Tante Amanda“, der den ganzen Tag über einen regelrechten Ansturm zu bewältigen hatte. Wirt Bubi Leuthold und sein kleines Team waren eigens für dieses Wochenende nach Frankreich gereist und kamen ganz schön ins Schwitzen, hatten jedoch zwischendurch viel Spaß beim Plausch mit Händen und Füßen mit den Vincenner Bürgern. Bei Bier, Currywurst und Pfefferpotthast kamen die Deutschen und Franzosen, von denen erstaunlich viele ihre Deutschkenntnisse hervorholten, sehr lebhaft ins Gespräch. Zum Teil bildeten sich lange Warteschlangen, die jedoch geduldig in Kauf genommen wurden. Zwei Teilnehmer der Castrop-Rauxerler Reisegruppe sprangen sogar spontan ein und unterstützen das Team von Tante Amanda beim Bierzapfen und Verkauf.

„Äußerst beeindruckend war, mit welcher Freundlichkeit die Vincenner Bürgerinnen und Bürger auf die Gäste aus Deutschland zugegangen sind“, erzählt Edith Delord. „Auch wenn viele über die negativen Erfahrungen ihrer Eltern und Großeltern im Zusammenhang mit dem Zweiten Weltkrieg sprachen, waren in dieser zweiten oder auch dritten Generation keinerlei Ressentiments zu spüren, sondern eher das Interesse, Land und Leute des Nachbarlandes kennenzulernen.“

Lebendige Städtepartnerschaft

Bürgermeister Rajko Kravanja zeigte sich im Laufe des Wochenendes ebenfalls sehr beeindruckt von der französischen Partnerstadt. Nach seinem Besuch eines Klassikkonzertes im Auditorium des Kulturzentrums, einem gemeinsamen Besuch mit der stellvertretenden Bürgermeisterin Annick Voisin in den Parkanlagen, einer Führung durch die nagelneue Fußball- und Rugbyanlage, den großen Reiterhof mitten im idyllischen Bois de Vincennes und das imposante Schloss meinte er: „Man reist ja oft mit gewissen Vorstellungen an, aber Vincennes ist noch schöner als ich gedacht hatte. Der Slogan der Stadt `Qualität des Lebens im Herzen der Geschichte` passt einfach. Ich komme auf alle Fälle wieder“.

In mehreren Gesprächen stellten beide Bürgermeister die Weichen für eine intensivere Kooperation in der Zukunft. Im Vordergrund stehen Begegnungen der Jugendlichen, Auszubildenden aus dem Handwerksbereich und Sportbegegnungen. Aus Castrop-Rauxel haben sich bereits einige Firmen und Einrichtungen gemeldet, die zukünftig Praktika anbieten wollen. Gesucht werden noch Familien, die einen Praktikanten bei sich aufnehmen würden.

Dank des Zuschusses des Ministeriums für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien des Landes Nordrhein-Westfalen und des Wettbewerbs „Europa bei uns zuhause“ der Auslandsgesellschaft Dortmund konnte erstmals außerhalb der traditionellen Begegnungen von Sportlern, Kulturvereinen und Schulklassen eine solche Begegnung samt Bürgerfahrt realisiert werden.

Bürgermeister Rajko Kravanja zieht ein begeistertes Fazit: „Diese Reise, diese Feierlichkeiten und diese Begegnungen der Menschen, gerade auch in dem wunderschönen Ambiente des Biergartens, haben alle Erwartungen auf beiden Seiten mehr als übertroffen. Der Dialog zwischen Franzosen und Deutschen hätte besser nicht gefördert werden können - und dies am historischen Wochenende der Präsidentschaftswahl.“

Zuletzt hatte die Stadt Castrop-Rauxel noch den Hauptpreis für ein Preisausschreiben zum Thema Castrop-Rauxel und Europa beigesteuert, ein Wochenende in Castrop-Rauxel und der Ruhrregion. Die Beteiligung war sehr groß. Gewonnen hat eine Vincenner Familie mit zwei Kindern.



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