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Eichenprozessionsspinner auf dem Vormarsch
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Raupennest des Eichenprozessionsspinners
Einleitungstext

Die Raupen der Schmetterlingsart Eichenprozessionsspinner befallen immer mehr Bäume im Castrop-Rauxeler Stadtgebiet, und im Bereich Stadtgrün und Friedhofswesen der Stadtverwaltung häufen sich die Anrufe und E-Mails besorgter Bürger. Die meisten Fragen beziehen sich auf das Gefährdungspotenzial und die Zuständigkeit. Kommt man nicht mit ihnen in Berührung, sind die Raupen ungefährlich, lautet die beruhigende Antwort. Zuständig ist jeweils der Eigentümer des betroffenen Baumes, das kann also in der Regel der Privateigentümer oder die Kommune sein.

Fortsetzungstext

„Wir verzeichnen eine geradezu explosionsartige Vermehrung des Eichenprozessionsspinners im Vergleich zu den Vorjahren. In manchen Bäumen befinden sich bis zu 15 Nester“, bestätigt Bereichsleiter Klaus Breuer.

Nesselhaare der Raupen sind giftig - Nester und befallene Bäume meiden!

An sich ist der Eichenprozessionsspinner ein wertvoller Bestandteil der Natur, doch sind die feinen Nesselhaare seiner Raupen giftig und verursachen beim Menschen starke Reizungen der Atemwege und der Haut. Bei Stress oder Beunruhigung werfen die Raupen ihre Nesselhaare ab. Zudem bleibt die Giftwirkung der Haare auch in alten Nesten und Häuten der Larven noch lange erhalten.

Die Stadtverwaltung warnt eindringlich davor, die Raupen und Nester selbst bekämpfen zu wollen. Menschen sollten Ruhe bewahren, die Tiere in Ruhe lassen und den befallenen Bäumen aus dem Weg gehen. „Solange die Raupen nicht unter Stress geraten, sind sie ungefährlich“, versichert Klaus Breuer.

Der Name Eichenprozessionsspinner rührt daher, dass die Tiere primär Eichen befallen und sich in Kolonnen bewegen. Doch in den letzten Tagen wurden sogar Hainbuchen, die der Eiche botanisch nah sind, und Ahorne gesichtet, die befallen sind.

Bekämpfung der Nester nicht immer und überall möglich und nötig

In der Regel erholen sich die befallenen und kahlgefressenen Bäume wieder. Die Raupen und später die Falter sind Teile verschiedener Nahrungsketten. Natürliche Feinde des Eichenprozessionsspinners sind Wanzen, räuberische Käfer wie zum Beispiel der Puppenräuber, Raupenfliegen und Schlupfwespen. Daher ist eine Bekämpfung außerhalb des Lebensumfeldes von Menschen in der Regel nicht notwendig.

Wo Menschen und Bäume in der Stadt unmittelbar nebeneinander leben, ist eine Bekämpfung aber angeraten. Doch nun ist die Situation so, dass eine flächendeckende Bekämpfung der Raupen aufgrund ihrer rasant wachsenden Population nicht mehr möglich ist. Denn die Baumdienste, die mit Hubarbeitsbühnen und Spezialgeräten die Nester absaugen können, sind ausgelastet.

So bleibt den verantwortlichen Eigentümern der Bäume – seien es Private oder die Stadt – nichts anderes übrig, als dort, wo sie die Raupen nicht bekämpfen können, zumindest den Bereich um befallene Bäume großflächig abzusperren. Doch es dauert nicht mehr lange und aus den Raupen werden Schmetterlinge...