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Stadtmittelpunkt ist ein „Big Beautiful Building“
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Stadthalle, Foto aus den 1970ern
Einleitungstext

Das Forum Stadtmittelpunkt mit Stadthalle, Europahalle und Rathaus ist unbestritten ein eindrucksvoller Komplex. Ob die Gebäude, die der dänische Stararchitekt Arne Jacobsen Anfang der 60er Jahre entworfen hat, auch „schön“ sind, liegt in den Augen des jeweiligen Betrachters. Die Ideen, die hier umgesetzt wurden, stehen jedoch für Transparenz, Innovation, politischen Wandel und den Aufbruch in eine neue Zeit.

Fortsetzungstext

Eine gemeinsame Kampagne von StadtBauKultur NRW und der TU Dortmund zeichnet Gebäude aus, die von diesem Geist der 1950er bis 1970er Jahre geprägt sind.

Einladung zur Auszeichnung am 28. Juni

Am Donnerstagabend, 28. Juni, erhält das Ensemble am geographischen Stadtmittelpunkt Castrop-Rauxels deshalb die Auszeichnung Big Beautiful Building. Um 18.30 Uhr sind Bürgerinnen und Bürger, Nachbarn, Politik und Architekten eingeladen, im Oberen Ratssaalfoyer des Rathauses am Europaplatz 1 an einer kleinen Feierstunde teilzunehmen und in lockeren Gesprächen mehr über die Gebäude und das Arbeiten darin zu erfahren.

Eine Anmeldung im Büro des Technischen Beigeordneten ist bis zum 21. Juni unbedingt erforderlich: E-Mail tbg@castrop-rauxel.de, Tel. 02305 / 106-2601

Nach der Begrüßung durch Bürgermeister Rajko Kravanja und der Preisübergabe durch Dipl. Ing. Tim Rieniets, Geschäftsführer der StadtBauKultur NRW, tritt die Gruppe CasKultur auf. Prof. Dr. Philipp Walkenhorst, der als einer der Ansprechpartner des Vereins „Hände weg vom Stadtgarten Castrop e.V.“ langjährige Erfahrungen mit dem Erhalt von Denkmälern hat, moderiert die Veranstaltung.

Gewagte und experiementelle Bauten

Das Forum Stadtmittelpunkt reiht sich in eine Etappe der Baukultur ein, die mit gewagten und experimentellen Bauten nach neuen Wegen suchte. In keiner Zeit wurde mehr gebaut als in den Wirtschaftswunderjahren, in denen man vom Aufbruch in eine bessere Zukunft träumte. Überall entstanden neue Schulen und Universitäten, Rathäuser, Kirchen, Kaufhäuser und Wohngebäude.

Die von Arne Jacobsen entworfenen und nach seinem Tod von seinem Kollegen Otto Weitling fertiggestellten Gebäude sollten bei wachsenden Bevölkerungszahlen den Zusammenschluss der nördlichen und südlichen Stadtteile an einer neuen Stadtmitte mit kulturellem und administrativem Zentrum schaffen. Die geschwungenen Dächer, heute liebevoll „Sprungschanzen“ genannt, waren eine Weltneuheit. Selbst bei der Gestaltung des Außengeländes bedachten die Architekten jeden Pflanzenkübel und jede Hecke, durch die geografische Formen erzeugt werden.

Architektonisch gesehen ein Schmuckstück

Variable Wände im Inneren lassen vielfältige Raumgestaltungen zu. In verdeckten Nischen wurde Stauraum für Akten und Teeküchen geschaffen, Farbkonzepte angelegt und ein eigenwilliges Belüftungssystem installiert. Dies sind nur wenige Details, die zeigen, dass der Stadtmittelpunkt architektonisch gesehen ein Schmuckstück ist.

Verkehrstechnisch hervorragend gelegen ist das Veranstaltungs- und Tagungszentrum am Stadtmittelpunkt gleich über vier in Nord-Süd- und Ost-West-Richtung verlaufende Autobahnen überregional gut und direkt zu erreichen. Stadt- und Europahalle bieten mit ihrer multifunktionalen Technik, die ihrer Zeit bei der Entstehung weit voraus war, einen repräsentativen Rahmen für nahezu jedes Veranstaltungsformat. Das Westfälische Landestheater, das seinen Sitz am Stadtmittelpunkt hat, entspricht beispielhaft dem Idealbild der Nutzung, die sich Arne Jacobsen schon bei seinem Entwurf vorgestellt hatte.

Das Projekt Big Beautiful Buildings (BBB) stellt 2018 große und kleine, bekannte und unbekannte Gebäude vor und lädt ein, sie wieder zu entdecken. Begleitet wird die Kampagne durch umfangreiche Informationen und ein Programm aus Kunst, Kultur und Unterhaltung. So setzen in Castrop-Rauxel beispielsweise die Künstlerin Pia Janssen und die Autorin Bettina Erasmy am 30. September das Klangprojekt „Die Stimme der Stadt“ um.

Zugleich fällt die Kampagne in das Europäische Kulturerbejahr 2018, das von der Europäischen Kommission ins Leben gerufen wurde. In Deutschland steht das Jahr unter dem Motto „Sharing Heritage“.

Weitere Informationen finden Sie auf den Internetseiten www.bigbeautifulbuildings.de und www.sharingheritage.de

Über StadtBauKultur NRW

StadtBauKultur NRW setzt sich für eine lebenswerte, nachhaltig und qualitätvoll gestaltete bauliche Umwelt in Nordrhein-Westfalen ein. Sie will dazu beitragen, den aktuellen Herausforderungen an unsere gebaute Umwelt mit zukunftsweisenden und zugleich geschichtsbewussten Konzepten zu begegnen. Zu diesem Zweck realisiert StadtBauKultur NRW eigene Projekte, Veranstaltungen und Publikationen und sie unterstützt Dritte, ihre Ideen für Nordrhein-Westfalen zu verwirklichen. Sie richtet sich sowohl an Fachleute aus dem Bauwesen und Entscheidungsträger in den Kommunen als auch an betroffene und aktive Bürgerinnen und Bürger.

Über das Fachgebiet Städtebau, Stadtgestaltung und Bauleitplanung an der TU Dortmund

Das Fachgebiet beschäftigt sich in Lehre und Forschung mit aktuellen Fragestellungen der Stadtentwicklung, mit dem Wandel von Stadt und Landschaft, mit Umstrukturierungsprozessen ganzer Stadtquartiere und einzelner Standorte.

In diesem Zusammenhang erfolgt am Fachgebiet sowie in der daran angebundenen Fachgruppe Städtebauliche Denkmalpflege auch eine intensive Auseinandersetzung mit Themen der jüngeren Städtebaugeschichte und dem Umgang mit den Bauten und Anlagen der 1950er bis 1970er Jahre. Dies drückt sich in Forschungsprojekten, Studien und unterschiedlichen Veranstaltungsformaten innerhalb und außerhalb der Hochschule aus.