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Eichenprozessionsspinner: Stadtverwaltung trifft umfangreiche Vorbereitungen für das nächste Jahr
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Eichenprozessionsspinner Nest an einer Eiche
Einleitungstext

Der Bereich Stadtgrün und Friedhofswesen kontrolliert auch im nächsten Jahr intensiv das Stadtgrün auf den Befall durch Eichenprozessionsspinnern. Die Bekämpfung erfolgt jedoch nur an Eichenbeständen, die in den letzten Jahren befallen waren. Besonders im Fokus stehen Schulhöfe, Spielplätze, Friedhöfe und ähnliche Flächen, an denen sich Kinder oder ältere Menschen aufhalten. Das derzeitige Konzept, das bei neuen Erkenntnissen angepasst wird, sieht eine integrierte Reaktion aus sechs Elementen vor.  Das Konzept zur Bekämpfung erfolgt nach Auswertung der Befalls-Zahlen der Vorjahre. Die vorhandenen Daten zeigen, dass wenigstens 40 Prozent der Eichen in Castrop-Rauxel befallen waren. Zudem hatte sich in Relation zum Vorjahr die Befalls-Dichte auf bis zu 15 Nester je Baum erheblich erhöht.

Fortsetzungstext

 

 

Über den Befall weiterer Baumarten wie Hainbuchen oder Ahorn im aktuellen Jahr kann nur spekuliert werden. Viele Anzeichen deuten darauf hin. Aktuell ist jedoch der Befall grundsätzlich als eher sporadisch anzusehen.

Absperrungen und Bacillus thuringiensis
Neben der Absperrung mit Beschilderung, erfolgt vorab die Bekämpfung mit „Bacillus thuringiensis“-Präparaten, die bereits in diesem Jahr eingesetzt wurden. Das Mittel wirkt rein biologisch und ausschließlich gegen die Schmetterlings-Raupen, indem es deren Verdauung zum Erliegen bringen. Für Menschen, Tiere oder andere Insekten ist das Mittel wirkungslos.

Pheromonfallen
Zudem werden probeweise auch sogenannte „Pheromonfallen“ zum Einsatz gebracht. Hierbei werden die Insekten mit Duftstoffen in eine Kunststofffalle gelockt. 

NeemProtect
Zusätzlich erfolgt im nächsten Jahr zur Probe eine Anwendung mit einem Biozid, das im ökologischen Landbau eingesetzt wird. NeemPro®tect enthält Margosa-Extrakt. Ein Extrakt aus dem Neemsamen mit dem Wirkstoff NeemAzal®. Die Behandlungslösung, eine Mischung von NeemPro®tect mit Wasser, wird großzügig auf die Blätter der zu behandelten Bäume aufgebracht/aufgesprüht. Hierzu wird seitens Trifolio-M eine 0,5% Behandlungslösung empfohlen, um eine optimale Wirkung zu erhalten. Für einem Baum mittlerer Größe wird eine 20 L Behandlungslösung benötigt, woraus sich ein Wirkstoffverbrauch von ca. 100ml NeemPro®tect ergibt. Nach dem Antrocknen der Behandlungslösung ist das Anwendungsgebiet wieder voll nutzbar. 
Durch Fressen der behandelten Blätter nehmen die Raupen NeemPro®tect auf. Bei den Raupen stellt sich in kürzester Zeit ein Fraß- und Entwicklungsstopp ein. Weitere Eiablagen werden so verhindert. Da NeemPro®tect kein Kontaktgift ist, sterben die Raupen erst ca. zwei bis sieben Tage nach der Behandlung. Die gefährlichen Brennhaare können sich ab der Behandlung nicht mehr ausbilden. Weitere Absperrungen und Wartezeiten sind nicht nötig.

Nistkästen
Außerdem wird die Stadt Castrop-Rauxel vermehrt Nistkästen aufhängen. An Eichen werden Nistkasten angebracht, die Rotkehlchen, Blau- und Kohlmeisen anlocken sollen. Sobald die Vögel nisten, brauchen sie zahlreiche Insekten, um die hungrigen Mäuler zu füttern. Dafür sollen dann auch die Raupen der Eichenprozessionsspinner herhalten. Zum Einstieg sind etwa hundert Nistkästen vorgesehen.

Absaugen
Die konventionelle Bekämpfung per Absaugung durch Spezialfirmen wird weiter fester Bestandteil des Maßnahmenkatalogs der Stadtverwaltung sein. Dabei sind meist drei Facharbeiter sowie eine mobile Hubarbeitsbühne im Einsatz. Pro Woche fallen dafür Kosten in Höhe von rund 7.500 Euro an.

Die Stadtverwaltung hat damit einen vielfältigen Maßnahmenkatalog zur Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners entwickelt, der zu unterschiedlichen Entwicklungszeiten der Raupe ansetzt.  



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