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Einige waren Nachbarn: Täterschaft, Mitläufertum und Widerstand
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Einleitungstext

Wie war der Holocaust möglich? Warum haben so wenige den Opfern geholfen? Bedrückend und eindringlich zugleich stellt die Ausstellung des United States Holocaust Memorial Museum diese gesellschaftlich elementaren Fragen und zeigt, dass das NS-Regime nicht nur von überzeugten Nationalsozialisten gestützt wurde: Die Angst vor der Wahrheit, Gleichgültigkeit und Wegschauen, Egoismus und Gier nach fremdem Besitz führten zu dem schlimmsten Gewaltverbrechen des 20. Jahrhunderts. Castrop-Rauxel zeigt derzeit als erste Stadt in Nordrhein-Westfalen die Ausstellung „Einige waren Nachbarn: Täterschaft, Mitläufertum und Widerstand“ im Rathaus am Europaplatz

Fortsetzungstext

 

 

 

 

Einige waren Nachbarn 

„Wir müssen uns immer wieder vor Augen führen, was passiert ist, und zugleich auch, was nicht getan wurde“ erklärte Bürgermeister Rajko Kravanja während der Eröffnung der Ausstellung im Rathaus und forderte die rund 60 Gäste auf, aufmerksam zu sein und öffentlich Hass und Diskriminierung entgegenzutreten. Denn „nie wieder soll jemand sagen, er hätte es nicht gewusst“, so Kravanja.

Die in drei Blöcke gegliederte Ausstellung fordert den Besucher heraus, sich selbst zu hinterfragen, über Motive und Zwänge nachzudenken.

„Eine der schlimmsten Erinnerungen, die ich habe, ist, diese Fahrt anzutreten, und die Leute standen Schlange … an der Tür … und warteten darauf zu plündern, was wir zurückgelassen hatten, verfluchten uns, schrien uns an, spuckten uns an, als wir gingen“. Mit Zitaten wie diesem von Zeitzeugen und Fotos dokumentiert die Ausstellung eindrücklich die fortschreitende Intensivierung von Judenfeindschaft während des Nationalsozialismus und den Anstieg der Grausamkeit. Dabei legt sie den Fokus auf die Frage, welche Rolle die gewöhnlichen Menschen spielten: Welche Motive hatten sie, mit den Nationalsozialisten zu kollaborieren und Freunde und Nachbarn zu verraten? Warum griffen nur so wenige ein?

Insgesamt 22 Tafeln zeigen exemplarisch Schicksale von Opfern der Verfolgung, von Menschen, die wegsahen, aber auch von Personen, die halfen. So erinnert sich Esther Benn, die auf einer der Tafeln abgebildet wird: „Ich spüre große Dankbarkeit gegenüber den Menschen, die uns gerettet haben. Und das … waren einfache Menschen, die nie in den Geschichtsbüchern stehen werden … In einer Zeit, in der das Gute sehr selten war, kultivierten sie es … Sie dachten nicht an sich selbst … Ich möchte, dass die Generation nach dem Holocaust weiß, dass Menschen die Wahl haben …

Die Ausstellung kann noch bis Anfang März zu den Öffnungszeiten des Rathauses besucht werden. Das Stadtarchiv und die VHS Castrop-Rauxel bieten darüber hinaus weiterführenden Castrop-Rauxeler Schulen die Möglichkeit, an geführten Ausstellungsbesuchen teilzunehmen.

Dabei werden zudem begleitende Kurzfilme angeschaut und besprochen, die ohne eine Voranmeldung nicht gezeigt werden können. Um einen Termin zu vereinbaren, können sich Schulklassen bzw. Kurse an Stadtarchivar Thomas Jasper wenden: telefonisch unter 02305 / 106 2692 oder per Mail an thomas.jasper@castrop-rauxel.de.

 

Öffnungszeiten:

Montag: 08:00 - 16:00 Uhr
Dienstag: 08:00 - 16:00 Uhr
Mittwoch: 08:00 - 15:00 Uhr
Donnerstag: 08:00 - 16:00 Uhr
Freitag: 08:00 - 12:00 Uhr  

Foto: Einige waren Nachbarn
Bildbeschreibung: Nach der Annexion Österreichs sehen
Anwohner zu, wie österreichische Nationalsozialisten Juden zwingen, den Bürgersteig zu schrubben. Wien, März 1938.
Quelle: Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes



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