Die neue Feuer- und Rettungswache – kurz FURCAS – soll auf dem Gelände des ehemaligen Klöckner-Kraftwerks an der Habinghorster Straße (B 235) / Klöcknerstraße entstehen. Das Gelände liegt an der Grenze der Stadtteile Habinghorst und Rauxel und befindet sich im Eigentum des EUV Stadtbetriebs. Die öffentliche Zufahrt soll künftig über eine neue Straße vom Kreisverkehr an der Klöcknerstraße erfolgen.
Warum der Neubau nötig ist
Die bisherige Feuer- und Rettungswache an der Frebergstraße ist seit 1954 in Betrieb und wurde 1986 erweitert. Das Gebäude entspricht heute in verschiedenen Bereichen nicht mehr den Anforderungen eines modernen Feuerwehr- und Rettungsdienstes.
Es fehlen unter anderem ausreichend große Flächen für Fahrzeuge, Technik sowie Aus- und Fortbildungen. Verbesserungen sind zudem beim Arbeits- und Gesundheitsschutz, bei den Umkleiden und Sozialräumen sowie bei der Trennung belasteter und sauberer Arbeitsbereiche notwendig. Auch die Erreichbarkeit des nördlichen Stadtgebiets und der Autobahn 2 soll durch den neuen Standort verbessert werden.
In der neuen Wache sollen neben den hauptberuflichen Kräften der Feuerwehr und des Rettungsdienstes auch die Mitglieder des Löschzugs 3 Habinghorst der Freiwilligen Feuerwehr untergebracht werden. Für den Löschzug 1 Castrop wird unabhängig davon ein neuer Standort gesucht.
Rund 78 Millionen Euro für Planung und Bau
Ohne Mehrwertsteuer liegt der Preis für Planung, Bau und Bauzwischenfinanzierung bei rund 65,5 Millionen Euro. Unter Berücksichtigung des zur Zeit gültigen Mehrwertsteuersatzes werden die Ausgaben nach Baufertigstellung bei knapp 78 Millionen Euro liegen. Je nach Zinsstand zum Zeitpunkt der Zuschlagserteilung kann sich die Summe noch leicht verändern.
Für das Projekt hat die Stadt bis zu 85,25 Millionen Euro eingeplant. Die Bausumme wird voraussichtlich 2029 fällig. Finanziert werden soll der Neubau hauptsächlich über einen Kommunalkredit.
Die Stadt hat Fördermittel für ein klimafreundliches Nichtwohngebäude beantragt. Bei einer Zusage können bis zu 1 Million Euro eingeworben werden. Über die Rettungsdienstgebühren werden weitere Teile der Aufwendungen langfristig refinanziert.
Neubau mit rund 9.980 Quadratmetern
Die geplante Feuer- und Rettungswache umfasst eine Nutzfläche von rund 9.980 Quadratmetern. Vorgesehen sind sämtliche Funktionsbereiche für Feuerwehr, Rettungsdienst und den Löschzug 3 sowie die erforderlichen Außenanlagen, Stellplätze und Verkehrsflächen.
Besonderes Augenmerk liegt auf kurzen und klaren Wegen für die Einsatzkräfte, einer funktionalen Trennung der Arbeitsbereiche sowie zeitgemäßen Arbeits-, Aufenthalts- und Schulungsräumen. Das Gebäude soll zudem Möglichkeiten für eine spätere bauliche Erweiterung berücksichtigen.
Der Neubau soll mindestens den Energieeffizienzstandard 40 erreichen und nach dem Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude „QNG Plus“ zertifiziert werden. Geplant sind langlebige Baustoffe sowie energiesparende und wartungsarme technische Anlagen.
Fertigstellung bis 2029
Der Zuschlag wird erteilt, sobald der Fördermittelbescheid eingetroffen ist. Voraussetzung sind unter anderem die Zustimmung der Kommunalaufsicht zur Inanspruchnahme der Verpflichtungsermächtigungen, die Fördermittelzusage und der Abschluss der erforderlichen Verträge mit dem EUV Stadtbetrieb.
Danach beginnt die Planungs- und Bauphase. Nach der aktuellen Zeitschiene ist die Fertigstellung der neuen Feuer- und Rettungswache für Ende Juli 2029 vorgesehen, die Inbetriebnahme soll im Oktober 2029 erfolgen.
Die Stadt Castrop-Rauxel wird über die weiteren Schritte und den Baufortschritt regelmäßig auf ihrer Website informieren. Die bestehende Projektseite www.castrop-rauxel.de/feuerwache bündelt bereits die Hintergründe und bisherigen Meilensteine des Vorhabens.