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Jedem Kind ein Instrument 

Programmbeschreibung

„Jedem Kind ein Instrument“ ist eine musikpädagogische Initiative für das Ruhrgebiet: Alle Erstklässler der gesamten Region sollen die Möglichkeit erhalten, ein Musikinstrument zu erlernen. Das Angebot ergänzt den schulischen Musikunterricht und wendet sich explizit an alle Grundschulkinder, unabhängig von ihrer Herkunft oder ihrem sozialen Umfeld.

 

Um die Integration unterschiedlicher Gruppen zu gewährleisten, gibt es verschiedene Gebührenermäßigungen und -befreiungen für Kinder aus Familien mit geringem Einkommen. Die Instrumente sind kostenlose Leihgaben. Jede Musikschule bietet eine Vielfalt an Instrumenten aus Europa und anderen Teilen der Welt an.

„Jedem Kind ein Instrument“ in der Grundschule

Mindestens 16 verschiedene Instrumente entdecken die Schüler im ersten Schuljahr. Die Lehrer führen beispielsweise Geige und Querflöte, Posaune ebenso wie Horn, Mandoline oder die türkische Bağlama vor. Die Kinder probieren die Instrumente aus und bauen einige auch nach, um die Prinzipien der Tonerzeugung verstehen zu können. Übungen zu Takt und Rhythmus stehen ebenso auf dem Programm wie Singen und Tanzen. Musikschullehrerinnen und -lehrer unterrichten mit ihren Grundschulkolleginnen und -kollegen gemeinsam im Tandem eine Schulklasse. Das Spiel auf ihrem zuvor selbst ausgewählten Musikinstrument erlernen die Kinder ab dem zweiten Schuljahr. Die ihnen anvertrauten Instrumente sind Leihgaben für den Unterricht und für das Üben zu Hause. Musikschullehrer unterrichten Kleingruppen von durchschnittlich fünf Kindern. Bereits in den ersten Unterrichtsstunden beginnen die Kinder mit dem gemeinsamen Musizieren.

 

Von der dritten Klasse an kommt zum Instrumentalunterricht das Spiel im Ensemble „Kunterbunt“ hinzu. Jahrgangsübergreifend üben die Kinder einmal wöchentlich das Zusammenspiel als Schulorchester. Dabei geht es ebenso um die musikalische Ausbildung wie um die Erfahrung, außerhalb des klassischen Schulunterrichts gemeinsame Aufgaben und Ziele zu haben. Am Ende eines jeden Schuljahres gestalten die Kinder ein großes Abschlusskonzert vor Eltern, Verwandten und Freunden.

Teilnahmebeiträge

Im ersten Schuljahr ist die Teilnahme am Programm kostenfrei. Im zweiten Jahr ist der Maximalbeitrag für den Instrumentalunterricht auf 20 Euro pro Monat festgesetzt. Im dritten und vierten Jahr kosten Ensemblestunde und Instrumentalunterricht zusammen maximal 35 Euro pro Monat.

 

Kinder aus Familien, die ALG-II, Sozialhilfe oder ähnliche Sozialleistungen empfangen, sind von den Gebühren befreit. Kinder, deren Eltern Wohngeld, Kinderzuschlag, Ausbildungshilfe oder Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz erhalten, werden ebenfalls von den Teilnahmegebühren befreit. Nehmen zwei oder mehr Kinder einer Familie am Programm teil, so fällt der volle Beitrag nur für das erste Kind an, für jedes weitere Kind muss lediglich die Hälfte gezahlt werden.

 

Vom Projekt zum Ruhrgebietsprogramm

Das Projekt „Jedem Kind ein Instrument“ hat 2003 in Bochum als Kooperation der Musikschule Bochum, der Zukunftsstiftung Bildung in der GLS Treuhand e.V. und den Grundschulen begonnen. Die Idee überzeugte: Die Kulturstiftung des Bundes und das Land NRW beschlossen im Jahr 2006 gemeinsam mit der Zukunftsstiftung Bildung, das Projekt auszudehnen.

 

Mit neuem Konzept und unter Trägerschaft einer eigens dafür gegründeten Stiftung entstand ein Programm für das ganze Ruhrgebiet. „Jedem Kind ein Instrument“ war Kooperationsprojekt der Kulturhauptstadt RUHR.2010. Nach der vierjährigen Einführungsphase beendeten wie geplant die Kulturstiftung des Bundes und die Zukunftsstiftung Bildung mit dem 31.07.2011 ihre Förderung. Ab dem Schuljahr 2011/12 ist das Land Nordrhein-Westfalen alleiniger Förderer.

Trägerschaft

Die gemeinnützige Stiftung Jedem Kind ein Instrument ist Trägerin des Programms. Sie wacht über die Einhaltung der Programmstandards, regelt die finanziellen Zuwendungen und bietet mit ihrer Geschäftsstelle in Bochum einen zentralen Anlaufpunkt für alle Themen rund um das Programm an.

 

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stiftung beraten die Musikschulen in allen relevanten Fragen der Umsetzung und übernehmen überregionale Aufgaben (z.B. Konzeption, Kommunikation, Fortbildung der Musikschullehrkräfte, Pädagogisches Material, wissenschaftliche Begleitung). Sie gewährleisten den Wissenstransfer in alle Musikschulen der Region, begleiten die Instrumentenbeschaffung und unterstützen die Schulen bei allen Herausforderungen, die weit über die eigentlichen Musikstunden hinausgehen.

Finanzierung des Programms

Seit dem Schuljahr 2011/12 wird „Jedem Kind ein Instrument“ allein durch die Landesregierung Nordrhein-Westfalen mit rund zehn Millionen Euro jährlich gefördert. Diese Summe dient der Fortführung des Programms im Ruhrgebiet und seiner inhaltlichen Weiterentwicklung. Nach der Implementierungsphase von 2007 bis 2011 geht das Programm im Ruhrgebiet damit in den Dauerbetrieb. Darüber hinaus werden einige Pilotprojekte außerhalb des Ruhrgebiets gefördert.

 

Die Landesmittel werden über die Stiftung Jedem Kind ein Instrument an die Musikschulen weitergegeben. Hinzu kommen die von den Eltern geleisteten Teilnahmebeträge und Beiträge der Kommunen. Damit sind die Kosten für die Musikschullehrkräfte abgedeckt. Die Kommunen sind zudem dafür verantwortlich, Spenden in Höhe von 50 Prozent der Instrumentenkosten einzuwerben.

 

 

Das Programm „Jedem Kind ein Instrument“ wurde im Jahr 2007 von der Kulturstiftung des Bundes, dem Land Nordrhein-Westfalen und der Zukunftsstiftung Bildung in der GLS Treuhand e.V. unter Beteiligung der Kommunen des Ruhrgebiets, privater Förderer und der teilnehmenden Familien als Kooperationsprojekt der Kulturhauptstadt RUHR.2010 initiiert.


Träger und Kontakt 

Stiftung Jedem Kind ein Instrument

Willy-Brandt-Platz 1-3
44787 Bochum

 

Tel. (0234) 541 747-13

Fax (0234) 541 747-99

E-Mail info@jedemkind.de

Internet www.jedemkind.de

 

Bankverbindung:

GLS Bank
Kontonummer 10 11 10
BLZ 430 609 67